Sprechstunden - nur für Teenager
Es gibt Fragen, die will man lieber nicht seiner Mutter stellen
Fragen, die man lieber nicht Mama stellt, findet jedenfalls Nina. Aber diesem fremden Mann da im Behandlungszimmer? Er lächelt freundlich und stellt sich als ihr Frauenarzt vor. Bei einem guten Gynäkologen sollte man sich wohl fühlen, man sollte Vertrauen zu ihm aufbauen können. Natürlich geht das oft nicht beim ersten Mal, aber bei einem freundlichen Arzt, der offen jede Frage in Ruhe beantwortet, fühlt man sich gleich viel besser aufgehoben. Viele Praxen bieten auch extra Sprechstunden für Teenager an, in denen sich die Gynäkologen besonders viel Zeit für ihre jungen Patientinnen haben. Und wann sollte man nun zum Frauenarzt gehen? „Erst wenn es ein echtes Anliegen – wie das Verschreiben der Pille gibt“, erklären Experten der Bundeszentale für gesundheitliche Aufklärung. So hat es auch Ninas große Schwester Antonia gemacht. Antonia nimmt seit zwei Jahren die Pille und kommt gemeinsam mit der Mutter zu den Krebsvorsorgeuntersuchungen. Die sind eigentlich erst für Frauen ab dem 21. Lebensjahr wichtig, einzuhalten. Aber auch bei jungen Mädchen schadet der regelmäßige Besucht nicht.
Fakt ist, je besser ein Mädchen über seinen Körper Bescheid weiß, desto eher wird es auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam. Der Besuch beim Frauenarzt macht also schon für Teenager Sinn. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung waren drei von vier 16-Jährigen schon einmal beim Gynäkologen – eine Zahl, die durchaus mit dem Durchschnittsalter für den ersten Sex zusammenhängt. So belegen Studien von Pro Familia, dass die meisten Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren ihr erstes Mal haben – und dann meist mit einem Kondom verhüten. Sobald sie länger zusammen sind, entscheiden sich die Mädchen für die Pille. Und die gibt es beim Frauenarzt.
Da ist es auch sinnvoll, den Freund mitzunehmen. Und so uncool ist so ein Beratungsgespräch gar nicht. Antonia und ihr Freund Alexander haben sich beim Frauenarzt in Ruhe über verschiedene Verhütungsmethoden informiert und den beiden auch noch mal den weiblichen Zyklus erklärt. Seither weiß Antonia, dass man einen Zyklus mit dem Tag der 1. Blutung rechnet, er im Durchschnitt 28 bis 31 Tage dauert und der Eisprung etwa zwischen dem 13. und 16. Tag stattfindet und die fruchtbaren Tage etwa zwischen dem 8. und 18. Tag sind. Ganz schön viel Mathematik. Auch haben die beiden erfahren, dass die Samenzellen des Mannes bis zu vier Tagen überleben können – und die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, gar nicht mal so gering ist.
Autorin / Autor: Tina Groll - Stand: 17. Juni 2008