Premiere in der Frauenarzt-Praxis
Von der ersten Regel über das erste Tampon bis zum ersten Mal richtig verhüten: Mädchen berichten über den ersten Besuch beim Frauenarzt
Nina sitzt mit wackelnden Beinen im Wartezimmer der gynökologischen Praxis. Es ist ihr erster Besuch beim Frauenarzt. Die 17-Jährige ist mit ihrer großen Schwester Antonia (19) hier. Denn Nina hat jetzt ihren ersten Freund und vielleicht wird sie irgendwann in ein paar Monaten auch mit ihm schlafen. „Ich würde gern mit der Pille verhüten“, erklärt sie – und erzählt von ihrem mumligen Gefühl im Magen. Sicher doch, ihre Freundinnen haben alle gesagt, es sei nicht so schlimm, nur etwas kalt. Und ihre Schwester ist ja auch dabei. Nur ihre Mutter, die wollte Nina wirklich nicht mit dabei haben. Dann wäre sie noch nervöser. Ob die Untersuchung weh tut? Was genau wird der Frauenarzt eigentlich bei ihr machen?
Jetzt ist es auch schon so weit. Nina und ihre Schwester werden ins Sprechzimmer gerufen. Vorher wurde bei Nina schon der Puls gemessen – alles in Ordnung, das ist reine Routine, hatte die Sprechstundenhilfe lächelnd erklärt. Und trotzdem pocht jetzt das Herz und sind die Hände ganz schön schwitzig.
Denn der erste Besuch beim Frauenarzt ist für viele Mädchen ziemlich unangenehm. Niemand geht gerne zu Arzt, zum Zahnarzt schon gar nicht – und die Kontrolluntersuchung und Krebsvorsorge beim Gynäkologen ist vor allem für Mädchen und junge Frauen nicht gerade angenehm. Schließlich ist trotz Charlotte Roches „Feuchtgebiete“ und dem weltweit bekannten Stück „Vaginamonologe“ das Thema Vagina und weiblicher Uterus noch tabuisiert. Und es gibt ja auch so viele schrecklich peinliche Fragen, die man trotz Bravo und Aufklärung nicht so richtig zu stellen traut. Zum Beispiel: Warum haben alle ihre Periode, nur ich noch nicht? Warum tut es oft weh, einen Tampon einzuführen und wie weit soll man den denn einführe? Ist es normal, dass ich Pickel und Durchfall bekomme, wenn meine Regelblutung kommt?
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Autorin / Autor: Tina Groll - Stand: 9. Juni 2008