Hirnkühlung durch Gähnen

Temperaturregulierende Funktion erhöht Aufmerksamkeit

Gähnen scheint nicht nur ein Signal für Langeweile und Müdigkeit zu sein, sondern hilft bei der Steigerung der Aufmerksamkeit, indem es eine frische kühle Brise in unser Gehirn bringt. Außerdem hat auch die ansteckende Wirkung einen tieferen Sinn: So sollen nämlich alle in einer Gruppe auf einmal wach werden. Dies haben jetzt amerikanische WissenschaftlerInnen der Staatsuniversität von New York in Albany herausgefunden.

Was passiert dabei?
Gähnen erhöht den Blutdruck und bringt das Herz zum Pochen. Das lässt den Blutfluss in die Schädelhöhle ansteigen, was wiederum zu einem erhöhten Wärmeaustausch führt. Die Luft, die wir einatmen kühlt also quasi unser Gehirn und schafft dort optimale Leistungsbedingungen.  Dadurch wird die Aufmerksamkeit enorm gesteigert.

Die Studie

Bei den Untersuchungen wurde aber in erster Linie erforscht, ob unterschiedliche Atemtechniken die ansteckende Wirkung des Gähnens beeinflussen. Die ProbandInnen mussten also entweder durch den Mund oder die Nase atmen, während sie Videos von gähnenden Menschen schauten. Dabei kam heraus, dass die „NasenatmerInnen“ viel weniger mitgähnen mussten als die, die durch den Mund atmen. Die ForscherInnen erklären sich dies damit, dass beim Atmen durch die Nase das Blut besser abkühlt und dann als frische Brise durch das Gehirn fließt. Das tiefe Atmen beim Gähnen habe einen ähnlich kühlenden Effekt.

Um ihre These zu untermauern wurden die TesterInnen angehalten, ein Wärme- bzw. Kühlakku an ihre Stirn zu halten. Bei der Auflage der kalten Packung musste kaum jemand gähnen. Die anderen ProbandInnen zeigten weiterhin ein "normales" Gähnverhalten. Ein ähnliches Ergebnis konnte bei der Veränderung der Zimmertemperatur erzielt werden. Das Fazit der WissenschaftlerInnen: Bei Kälte wird das Gähnen eingestellt, weil es wärmetechnisch für den Körper keinen Sinn macht.

Also, wer immer schön cool bleiben will, sollte entweder durch die Nase atmen oder öfter mal gähnen ;-).

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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 29. Juni 2007