Getrennte Welten

Jedes 5. Ausbildungsverhältnis wird frühzeitig gelöst

Bundesweit wird jedes fünfte Ausbildungsverhältnis vorzeitig gelöst. Das ist ein katastrophaler Zustand, denn wenn weniger Jugendliche die Schulen verlassen, müssten eigentlich mehr Schulabgänger als bisher in die Lage versetzt werden, eine Ausbildung erfolgreich zu Ende zu bringen, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Marco Graf. Ausbildungsabbrüche führten für die Auszubildenden zu einem verzögerten Einstieg in das Berufsleben. Gleichzeitig verursachten sie in den Unternehmen hohe Kosten.

Die IHK stellte jetzt die Ergebnisse einer Studie vor, die von der Forschungsgruppe Berufsbildungsforschung (IBB) der Universität Bremen durchgeführt wurde. Besonders im Gastgewerbe (33,4 %), im Handel (16,2 %) und im Bereich Transport und Verkehr (13 %) brechen viele Auszubildende ihre Ausbildung ab.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: "Die Abbrecher sind für die Berufsausbildung nicht verloren", betonte Prof. Felix Rauner, Leiter des IBB. Knapp die Hälfte der Jugendlichen nehme später die Ausbildung in einem anderen Betrieb auf, ein Viertel setze den Bildungsweg in Schule bzw. Hochschule fort. Nach den Studienergebnissen war ein Viertel der befragten Auszubildenden nach der Vertragslösung zunächst ohne Ausbildung berufstätig oder arbeitslos.

Jugendliche auf ihre Ausbildung schlecht vorbereitet

Rund die Hälfte der Auszubildenden und gut ein Drittel der Betriebe gaben an, dass der Ausstieg hätte verhindert werden können. Hier will die IHK ansetzen. "Wir bieten unseren Ausbildungsbetrieben dazu entsprechende Analyseinstrumente und zusätzliche Beratungen an", erläuterte Marco Graf. Verbessert werden soll auch das Kommunikations- und Konfliktmanagement zwischen Auszubildenden und Ausbildern. So sollen z. B. Senior-Berater die Jugendlichen begleiten.

"Der Anteil derjenigen Auszubildenden, die ihre Ausbildung bereits während der Probezeit abbrechen, ist mit 62 % sehr hoch. Dies belegt, dass die Jugendlichen auf ihre Ausbildung unzureichend vorbereitet werden", betonte Prof. Rauner. Zudem würden Schule und Arbeitswelt häufig als getrennte Welten erlebt. Diese Distanz sei für viele Schulabgänger offenbar so groß, dass der Anpassungsdruck sie überfordere. Dem könne nur mit einer neuen Lernkultur begegnet werden, die auf eine möglichst frühzeitige Berufsorientierung in der Schule setzt.

Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 11. März 2010
 
 

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