Heißer Stimmungsaufheller
Studie: Wie warmes Wasser gegen Einsamkeit hilft
Nein, nicht nur Schokolade, Lesen oder gute Musik machen glücklich. Auch warmem Wasser schreiben Forscher der Yale Universität eine Wohlfühlwirkung zu. Einer aktuellen Studie zufolge soll ein warmes Bad sogar gegen Einsamkeit helfen.
Auch in unserer Sprache und bei der Charakterisierung von Menschen spielen Begriffe wie „warm“ und „kalt“ eine Rolle. So beschreiben wir jemanden als „kalt“, der abweisend und gefühllos ist und jemanden als „warm“, der sich großzügig und herzlich verhält. Diese Zuordnung liegt an unseren Kindheitserinnerungen, sagen Psychologen. Denn wenn die Mutter das Baby im Arm hält, hält sie es nicht nur warm, sondern vermittelt diesem auch Geborgenheit. Diesen Zusammenhang zwischen Wärme und Wohlbefinden stellen wir auch noch als Erwachsene fest, wie die John Bargh und Idit Schalev in mehreren Experimenten herausgefunden haben.
Zunächst befragten sie 92 Testpersonen zwischen 18 und 65 Jahren nach ihren Badegewohnheiten. Das Forscherteam der Yale Universität wollte von den Befragten beispielsweise wissen, wie oft sie ein Bad nehmen und wie heiß das Wasser ist. Außerdem baten sie die Beteiligten, ihre Gefühle vor und nach dem Baden zu beschreiben und bekamen Antworten auf Fragen wie „wünschen Sie sich häufig mehr Gesellschaft“ „wie oft fühlen Sie sich allein“ oder „wie oft fühlen Sie sich einsam?“.
Bei der Auswertung stellten die Psychologen fest, dass die Personen, die sich häufig alleine fühlten häufiger ein Bad nahmen, um dem Gefühl der Einsamkeit entgegen zu wirken. Je größer das Empfinden von Einsamkeit, umso häufiger, länger und wärmer badeten sie. Anscheinend versuchen Personen, denen es an sozialer Wärme mangelt, dies durch körperliche Wärme auszugleichen, schließen die Forscher aus den Ergebnissen.
In einem zweiten Experiment teilten sie 75 Studenten in zwei Gruppen auf. Die TeilnehmerInnen beider Gruppen sollten ein Produkt bewerten. Die eine Gruppe bekam zuvor einen warmen Thermopack in die Hand gelegt, die andere einen kalten. Anschließend sollten die Teilnehmerinnen angeben, ob sie das getestete Produkt ihren Freunden empfehlen würden und auch hier wieder einen Fragebogen ausfüllen, in dem sie beschrieben, wie sie sich fühlten. Das Ergebnis: wer den kalten Thermopack in den Händen hielt, fühlte sich einsamer als diejenigen, die die Wärme in ihren Handflächen spüren durften. Auch dieser Versuch bestätigte somit den Zusammenhang zwischen körperlicher und sozialer Wärme.
Aber wer braucht bei den aktuellen Außentemperaturen schon ein heißes Bad! Bei strahlendem Sonnenschein und dem Schwimmbadbesuch mit Freunden wird es einem garantiert auch so ganz warm um’s Herz ;-).
Autorin / Autor: Redaktion; - Stand: 27. Juni 2011