Strichcode-Scanner erkennt Zebras

Forscher entwickeln den StripeSpotter

Findest du nicht auch, dass das Muster eines Zebras an einen Strichcode erinnert, wie man ihn beim Einkaufen auf den Verpackungen findet? Anscheinend sahen das amerikanische WissenschaftlerInnen genauso. Sie haben einen Scanner entwickelt, der einzelne Zebras an ihrem Streifenmuster erkennt – fast wie an der Supermarktkasse. Das berichtet das Wissenschaftmagazin „New Scientist“.

Eine Woche lang machten sich die ForscherInnen der University of Illinois in Chicago und der Princeton University auf Fotojagd, um ihren ersten „Zebrastreifen“-Datensatz anzulegen. Schließlich gleicht, wie bei den menschlichen Fingerabdrücken, kein Zebra-Muster dem anderen. In einem kenianischen Wildpark scannten sie die Streifenmuster von 85 Zebras ein und speicherten die Daten auf ihrem Computer. Gleichzeitig entwickelten sie einen ausgeklügelten Computer-Algorithmus. Der sogenannte StripeSpotter kann die Identität von Zebras anhand von Fotos zuordnen. Dabei reicht ein kleiner rechteckiger Bildausschnitt des gestreiften Zebrafells aus. Das Computerprogramm übersetzt das Fellmuster in eine Folge von schwarzen und weißen Punkten. Jedes Tier bekommt so einen eigenen Identitäts-Code zugewiesen. Der Computer vergleicht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Muster. Beim ersten Testversuch konnte das Programm bereits 80 der insgesamt 85 eingescannten Zebramuster eindeutig identifizieren. Wie die ForscherInnen berichten, wird der StripeSpotter umso exakter, je mehr Fotos in der Datenbank gespeichert werden.

Den StripeSpotter wollen sie kommende Woche bei der „ACM International Conference on Multimedia Retrieval“ als Alternative zu aufwändigen und teuren Peilsender-Systemen präsentieren. Die neue Erfindung soll dabei helfen, den Bestand von gefährdeten Zebraarten exakter zu kontrollieren. Mit dem StripeSpotter könnten zukünftig auch weitere Tiere mit auffälligen Fellmustern katalogisiert werden, wie etwa Giraffen oder Tiger, so die ForscherInnen.

Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 14. April 2011