Der erste Eindruck stimmt
Studie: Ob wir wirklich richtig liegen, wissen wir selbst
Der erste Eindruck zählt, sagt man. Doch manchmal sind die Personen, denen wir begegnen doch ganz anders, als wir zunächst dachten. Aber eben nur manchmal. Wie ForscherInnen der University of British Columbia in einem Experiment herausgefunden haben, können wir Fremde auch in kürzester Zeit recht gut einschätzen.
In einer Studie setzten sie über 100 freiwillige Testpersonen in einer Kennenlernrunde, ähnlich dem Speed-Dating, zusammen. Jede Person sollte sich jeweils für drei Minuten mit den ihnen bisher fremden TeilnehmerInnen unterhalten. Am Ende jeder 3-Minuten-Begegnung schrieben die Probanden auf, wie sie die Persönlichkeit des Gegenübers einschätzten. Zusätzlich sollten sie auf einer Skala beurteilen, inwieweit ihre Einschätzung wohl mit der Beurteilung einer vertrauten Person des Gegenübers übereinstimmt. Um den wahren Charakter der TeilnehmerInnen bestimmen zu können, sollten alle außerdem einen Fragebogen über sich selbst ausfüllen, der ergänzt wurde durch Persönlichkeitsbewertungen ihrer Freunde oder Familienangehörigen.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Probanden die Persönlichkeit ihrer Gesprächspartner recht gut eingeschätzt haben. Je sicherer sie sich waren, das wahre „Ich“ ihres Gegenübers kennengelernt zu haben, umso größer war auch die Übereinstimmung mit dem, was Freunde und Verwandte über die Person sagten.
Die ForscherInnen betonten aber auch, dass wir uns in vielen Dingen ähneln. So bevorzugten die meisten doch eher ein freundliches Verhalten als sich gerne zu streiten. Deshalb liege man mit einer durchschnittlichen Bewertung seines Gegenübers eher richtig, als wenn man ihn als geizig oder penibel abstempelt.
„Viele wichtige Entscheidungen werden nach sehr kurzen Begegnungen getroffen – welcher Jobbewerber eingestellt wird, mit welchen Personen man sich wiedertreffen möchte, welcher Student den Studienplatz bekommen soll“, schreiben die Autoren im Fachmagazin „Social Psychological and Personality Science“. Doch obwohl wir mit unserer ersten Einschätzung oft richtig liegen, sei es schwer zu erkennen, wann wir uns irren.
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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung; - Stand: 20. April 2011