Ab in die Hängematte!

Unter schwingenden Bewegungen schläft es sich besonders gut, sagen Forscher

Wie schön es doch wäre, jetzt ganz entspannt in einer Hängematte zu liegen. Doch wer hat schon eine und benutzt diese auch regelmäßig? Dabei ist eine Hängematte offenbar eine Anschaffung, die sich lohnt. Denn das Schaukeln beruhigt nicht nur kleine Kinder, auch Erwachsene schlafen durch die wiegenden Bewegungen schneller ein, sie schlafen besser und erholsamer. Das ist das Ergebnis einer Studie schweizerischer Forscher, die im Fachblatt „Current Biology“ erscheinen ist.

12 erwachsene Testschläfer ließen die Wissenschaftler zu zwei 45-minütigen Nickerchen antreten und beobachteten dabei ihre Gehirnaktivität. Ihr Mittagsschläfchen hielten sie in einer Hängematten-ähnlichen Bettkonstruktion – einmal bei fixierter Bettmatte und einmal mit sanft schaukelnden Bewegungen der Matratze.

„Bei allen Teilnehmern konnten wir unter den schwingenden Bedingungen einen schnelleren Übergang in den Schlaf beobachten. Ein Ergebnis, das unsere Vermutung bestätigt, dass diese Prozesse das Einschlafen erleichtern“, sagt Michel Mühlethaler von der Universität Genf. Auch die Schlafqualität war unter den leichten Hin- und Herbewegungen besser. Die Teilnehmer fühlten sich anschließend deutlich erholter als in dem unbewegten Bett. Die Auswertung der Gehirnströme zeigte, dass die in den Schlaf geschaukelten Teilnehmer schneller aus dem leichten Schlaf in die erholsamere zweite Schlafphase glitten. Zudem zeigten ihre Hirnströme häufiger so genannte Schlafspindeln an. Diese gelten als besonders charakteristisch für den tieferen, stabileren Schlaf. Je mehr Spindeln vorhanden sind, umso geringer ist das Risiko, dass wir durch leise Geräusche geweckt werden.

Als nächstes wollen die Wissenschafter herausfinden, ob das Schaukeln auch längere Schlafphasen verbessern kann. So könnten Hängematten möglicherweise als günstiges und völlig unbedenkliches Mittel gegen Schlafstörungen eingesetzt werden.

Dann braucht man wohl nur noch einen netten Menschen an der Seite, der einen in den Schlaf wiegt. Denn bekanntlich bewegt sich eine herkömmliche Hängematte ja nicht von alleine ;-)

Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung; - Stand: 22. Juni 2011