Lehrjahre sind keine Herrenjahre
DGB-Ausbildungsreport deckt gravierende Mängel auf
Harte Arbeit, permanent viele Überstunden, ein oftmals rauer Umgangston und der Eindruck, als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden. So sieht das Leben aus, das Auszubildende in Hotels und Gaststätten beschreiben. Im Gesamtranking der 25 meistgewählten Ausbildungsberufe im DGB-Ausbildungsreport, landen die Ausbildungen zum Hotelfachmann/-frau und zum Restaurantfachmann/-frau auf den letzten beiden Plätzen. Besser sieht es nach den Erzählungen von 7317 befragten Auszubildenden in der Ausbildung zum/zur IndustriemechanikerIn aus. Dieser Beruf erhielt deshalb auch Platz eins im Ranking der 25 häufigsten Ausbildungen.
Überstunden im Hotel
Konkret beschwerten sich etwa zwei Drittel der Azubis im Hotel- und Gaststättengewerbe über regelmäßige Überstunden. Deswegen sind sie laut DGB auch besonders empört darüber, dass die Bundesregierung das Jugendarbeitsschutzgesetz lockern will, um die Arbeitszeiten von minderjährigen Auszubildenden im Hotel- und Gaststättengewerbe bis in die Nachtstunden zu erweitern.
Veralteter Berufsschulunterricht
Es ist aber nicht nur die Mehrarbeit, die die Jugendlichen stört: 13,1 Prozent von ihnen geben auch dem Berufsschulunterricht schlechte Noten. Haupt-Kritikpunkt ist, dass die Berufsschulen nicht mit der technologischen Entwicklung in den Betrieben mithalten können und deshalb veraltete Inhalte vermitteln.
Kaffee kochen statt lernen
Das Klischee der Kaffee kochenden und Brötchen holenden Lehrlinge scheint ebenfalls nicht überwunden zu sein: 30 Prozent der Befragten gaben an ausbildungsfremde Tätigkeiten erledigen zu müssen. Ingrid Sehrbrock (DGB) forderte deshalb die Kammern auf, auch mit "unangemeldeten Betriebsbesuchen auf die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen zu achten".
Was erlebt ihr in der Ausbildung?
Nach der Lehre arbeitslos?
Sehr problematisch sehen die Auszubildenden auch die oft ungeklärte Übernahmesituation am Ende der Ausbildung. Zum Zeitpunkt der Befragung wussten 66,9 Prozent nicht, ob sie nach der Lehre im Betrieb bleiben können. Nur 20,5 Prozent konnten sich über ein künftiges Jobangebot freuen.
Weitere Ergebnisse des Ausbildungsreports:
Im Ranking der 25 häufigsten Ausbildungsberufe werden IndustriemechanikerInnen am besten beurteilt, gefolgt von Bankkaufmann/-frau und Industriekaufmann/-frau. Auf den letzten drei Rängen sind wie im Vorjahr FachverkäuferInnen im Lebensmittelhandwerk, Hotelfachmann/-frau und Restaurantfachmann/-frau gelandet.
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Autorin: Redaktion/ Pressemeldung - Stand: 2. September 2010