Bist du on?

Das soziale Leben Jugendlicher findet zu einem wesentlichen Teil im Netz(werk) statt

Für Jugendliche und ihr soziales Leben sind Netzwerkplattformen unentbehrlich geworden. Soziale Netzwerkplattformen sind für sie Treffpunkte des Freundeskreises, Kontaktbörsen und Flächen zur Selbstdarstellung. Das meinen ForscherInnen des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft (KMW) der Universität Leipzig, die unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Schorb 8.382 jugendliche NutzerInnen sozialer Netzwerkplattformen im Alter zwischen 12 bis 19 Jahren zur ihrem Online-Leben befragt haben.

Auf mehreren Plattformen aktiv
Schorb bekräftigt: "Soziale Online-Netzwerke haben sich innerhalb kürzester Zeit verbreitet und zu einem zentralen Bestandteil des Medienalltags Jugendlicher entwickelt". Soziale Online-Netzwerke sind zu einem Ritual jugendlicher Internetnutzung geworden, das oft parallel zu anderen Medien- bzw. Internetaktivitäten erfolgt. Dabei zeigt sich ein deutlicher Trend zur Nutzung mehrerer Netzwerkplattformen: insgesamt 70 Prozent der online befragten Jugendlichen sind auf mindestens zwei Online-Netzwerken aktiv. Ein Fünftel der Befragten nutzt drei und ein Zehntel sogar vier soziale Netzwerke. Grund dafür ist, dass sich die Jugendlichen auf verschiedenen Plattformen mit unterschiedlichen Freundeskreisen vernetzen, neue Kontakte zu ‚Gleichgesinnten' suchen und spezifische inhaltliche wie funktionale Ausrichtungen der verschiedenen Plattformen schätzen.

Was bedeuten euch soziale Netzwerke?

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Soziale Kontakte und Selbstdarstellung

Die Jugendlichen schätzen den ForscherInnen zufolge vor allem die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme, Pflege eines außerschulischen Freundeskreises sowie die Möglichkeiten der Selbstdarstellung. Dabei nutzen nur wenige die Möglichkeit, in andere Rollen zu schlüpfen, den meisten geht es mehr darum, sich selbst authentisch zu präsentieren.

Fortsetzung des sozialen Raums im Digitalen
Die WissenschaftlerInnen sehen im Umgang der Jugendlichen mit sozialen Netzwerken eine produktive Form der "sozialen Beziehungsarbeit". Die virtuelle Welt ist demnach keine, die völlig von der realen Welt abgekoppelt ist, sondern eher eine Fortsetzung des sozialen Miteinanders im digitalen Raum. Die zahlreichen Mitmachmöglichkeiten in Communities ermöglichten Heranwachsenden auch, sich sozial zu integrieren, über persönlich wichtige Themen zu diskutieren und damit nicht zuletzt an der (Medien-)Gesellschaft teilzuhaben.

Allerdings haben soziale Netzwerke - ganz wie das reale Leben auch - ihre Tücken: Von Mobbing, sexueller Belästigung oder Beleidigungen berichtet jedeR vierte Befragte und jedeR Sechste gab an, im Netz schon mal etwas getan zu haben, was er/sie später bereut habe.
Auch die Problematik mit der Preisgabe der persönlichen Daten war den meisten Befragten durchaus bewusst. Da sie aber soziale Netzwerke gerne zur Selbstdarstellung und zum Aufbau neuer Bekanntschaften benutzen, empfinden sie es als sinnlos, ihr Profil vor anderen zu verbergen und ihre Privatsphäre zu schützen. Dieser Zwiespalt führe bei Jugendlichen zu Unsicherheiten, die auf notwendige medienpädagogische Unterstützung verweise, so die ForscherInnen.

Die Ergebnisse der Untersuchung werden allerdings dadurch relativiert, dass nur Jugendliche befragt wurden, die sowieso in Communities aktiv sind. Möglicherweise gibt es aber auch viele junge Menschen, die sich gar nicht so sehr um die sozialen Netzwerke scheeren, sondern lieber lesen, Sport treiben, musizieren und Leute lieber in der Disco, auf Konzerten, im Schwimmbad oder im Jugendzentrum kennenlernen, statt in den Chats der sozialen Netzwerke.

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Autorin: Redaktion / Pressemeldung - Stand: 2. September 2010
 
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