Videoformate und wie man sie abspielt
Bildschirm schwarz? Fehlermeldung des Media-Players? Zwar Ton aber kein Bild? Macht Schluss mit dem Ärger!

Es könnte doch alles so einfach sein: Ihr habt euch eine Videodatei heruntergeladen, macht einen Doppelklick drauf, ein auf eurem Computer installierter Media-Player fühlt sich dafür verantwortlich, öffnet die Datei und spielt sie ab. Nicht immer ist einem jedoch dieses Happy-End vergönnt. Manchmal bleibt der Bildschirm schwarz, der Media-Player gibt eine Fehlermeldung, oder es wird zwar Ton aber kein Bild abgespielt. Meistens liegt das daran, dass euer Media-Player das Format nicht oder nicht vollständig unterstützt. Was ihr dagegen tun könnt, erfahrt ihr hier:
Ein bisschen Theorie
Mit den Videoformaten ist es ein wenig komplizierter als mit den meisten anderen Dateitypen. Das liegt daran, dass eine Videodatei aus mindestens zwei Teilen besteht: Dem Datei- bzw. Container-Format und einem oder mehreren Codecs. Das Container-Format enthält Informationen darüber, wie die Datei aufgebaut ist: Welche Teile an welcher Stelle zu finden sind, mit welchen Codecs sie kodiert wurden. Manche Formate unterstützen auch Zusatz-Funktionen wie z.B. Untertitel, mehrere Audiostreams (z.B. einen Film in mehreren Sprachen) oder Einteilung in Kapitel. Nach dem Container-Format richtet sich auch die Dateiendung; ihr könnt also sofort an der Datei erkennen, welches Format gebraucht wurde. Einige weit verbreitete Formate sind z.B. AVI (.avi), MPEG-4 (.mp4) oder Quicktime (.mov).
Über Codecs
Ein Codec (kurz für Coder/Decoder oder Compress/Decompress) hingegen ist ein Verfahren, mit dem Audio- oder Videodaten komprimiert (=die Dateigröße verkleinert) werden können. Damit ein Programm eine Video-Datei abspielen kann, muss es alle verwendeten Codecs kennen, um zu wissen, wie es die Daten wieder dekomprimieren und in lesbare Form bringen kann. Wenn eure Media-Player-Software eine Video-Datei nicht abspielen kann, liegt das also sehr häufig daran, dass sie einen benötigten Codec nicht kennt. Im Gegensatz zum Format kann man den oder die Codec(s), mit denen eine Video-Datei kodiert wurde, nicht immer gleich an der Dateiendung erkennen (um das herauszufinden, braucht ihr eine zusätzliche Software). Es kann euch also passieren, dass ihr z.B. einige AVI-Dateien problemlos abspielen könnt, andere aber nicht, ohne dass von außen ein Unterschied zu erkennen wäre.
Um die Verwirrung perfekt zu machen, gibt es einige Namen (z.B. DivX oder MPEG-4), die sowohl für ein Dateiformat als auch für einen Codec stehen können, und nicht immer ist aus dem Zusammenhang klar, welches gerade gemeint ist.
Was könnt ihr machen?
Wenn ihr vor einer nicht abspielbaren Videodatei steht, habt ihr im Grunde also zwei Möglichkeiten: Ihr könnt den fehlenden Codec herausfinden und nachinstallieren oder es mit einer neuen Software versuchen, die von alleine mehr Formate unterstützt.
Neue Codecs?
Wenn ihr bei eurem derzeitigen Media-Player bleiben wollt, könnt ihr in diesem Tutorial erfahren, wie ihr ihm neue Codecs beibringt:
Oder neuer Player?
Ansonsten stelle ich euch hier meinen Lieblings-Freeware-Player vor, der (fast) alles kann:
Autorin: Zachanassian - Stand: 5. November 2007