Sie rechneten, planten, speicherten

Frauen in der Geschichte der Informationstechnik
Rezension von SarahSch

Das 21. Jahrhundert ist von Informations- und Kommunikationstechnik geprägt. Es wirken jedoch zu wenige Frauen an ihrer Gestaltung mit. Frauen sind sowohl in der Ausbildung als auch im Berufsleben immer noch unterpräsentiert. Dieser Grund und die Tatsache, dass Frauen einen beträchtlichen Teil zu unsrer heutigen Technik beigetragen haben, aber bereits wenige Jahrzehnte später nichts mehr bekannt ist über ihre Leistungen, waren Anlass für diese Publikation.

Würdigung

Die Herausgeberin Universität Bremen hat sich, gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche, zum Ziel gemacht, die direkten Beiträge von Frauen an der modernen Gesellschaft vorzustellen und auf diese Weise zu würdigen. Außerdem soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, welchen Anteil Frauen an der Entwicklung und Anwendung der Informationstechnologie haben und Mädchen gleichzeitig ermutigen, eine Ausbildung bzw. einen Beruf in dieser Richtung zu ergreifen. Kooperationspartnerinnen
waren der Verein Frauen in der Technik e.V.– FiT, Darmstadt und das Kompetenzzentrum Frauen in Informationsgesellschaft und Technologie, Bielefeld.

Die Inhalte

Zu Beginn des Heftes erfahren wir einige wichtige und interessante Grundlagen für den heutigen Technologienstand. So muss man die Ursprünge eigentlich zu Beginn der Menschheit suchen. Als ein Beispiel will ich hier die Inkas aufführen, die mit Hilfe eines Systems von Knoten gerechnet haben. Frauen verfügten hier über ein besonders großes Wissen und konnten dies auch beruflich nutzen. Aber erste Zahlzeichen kannten bereits die steinzeitlichen Jäger/innen, die sie schon 30.000 vor Christus in ihren Höhlen malten.

*Biografien*
Außerdem sind Einzelporträts von Frauen enthalten, die ihre Lebensgeschichten, ihre fachlichen Leistungen und die gesellschaftliche Situation der Frauen zu ihrer Zeit aufzeigen.

Eine dieser Frauen ist Hypatia von Alexandria. Sie war die erste lehrende Frau an der Universität von Alexandria und das zu einer Zeit, in der Frauen bestenfalls durch ihre Väter beziehungsweise ihre Ehemänner an Bildung herankamen. Hypatia von Alexandrien stand durch ihre Lehrstelle mit beiden Beinen fest in der Öffentlichkeit und in einem Männerberuf, obwohl zu ihrer Zeit von den Frauen Zurückgezogenheit und Bescheidenheit verlangt wurde. Dennoch stach sie sämtliche Philosophen ihrer Zeit problemlos aus und erfand nebenbei den Hydrometer.

Berichtet wird auch über Mary Somerville, die erfolgreichste Naturwissenschaftlerin des 19. Jahrhunderts, deren Schriften auch heute noch zum Lehrwerk in Schulen und Universitäten zählen. Aber mal ehrlich, wer von uns hat jemals von ihr, Grace Murray Hopper oder Ada Lovelace (beide Programmiererinnen) gehört?

Meine Meinung zum Buch

a) negativ
• Strukturierung nicht deutlich genug (man muss nach der Fortsetzung eines Textes suchen, der ev. drei Seiten später weitergeführt wird, weil teilweise bis zu 3 oder 4 Texte auf einer Seite Stehen)
• Überschriften teilweise undeutlich oder missverständlich
• manchmal etwas langatmig

b) positiv
• sehr informativ
• zusätzliche Basisinformationen
• sehr ausführliche Informationen
• umfasst einen großen Teil der Geschichte

*Fazit*
Eine sehr interessante, informative Sammlung, die sich für wirklich Interessierte gut eignet. Allerdings sollte man schon etwas Zeit mitbringen, da man sich manchmal die Fortsetzung erst hersuchen muss. Etwas nervig könnte das blättern sein, das nötig ist, weil etwa drei Texte auf einer Seite beginnen und jeweils auf den folgenden fortgesetzt werden. Zur Vorbereitung eines Referats mit Sicherheit recht gut geeignet, da alles sehr gut erklärt wird.

*Bestellung*
Bestellen kann man kostenlos im Internet unter frauen-informatik-geschichte.de. Außerdem findet man auf dieser Homepage auch viele interessante Artikel.

Autorin / Autor: SarahSch - Stand: 26. Oktober 2005