Euro - was? EuroPeers!
Freud und Leid einer Seminarleiterin, die andere Jugendliche zu einem Jahr im Ausland motivieren will

EuroPeers sind junge Menschen, die am EU-Programm JUGEND teilgenommen haben und ihre europäischen Erfahrungen an andere Jugendliche weitergeben möchten. Sie waren als europäische Freiwillige oder mit einer Jugendbegegnung im Ausland oder haben sich in einer Jugendinitative engagiert. Um von ihren Erfahrungen zu erzählen und Lust auf Europa zu machen, gehen sie in Schulen, Jugendzentren, Kulturzentren oder Fußgängerzonen und andere Orte, an denen sie Jugendliche treffen. Sie erzählen von ihren eigenen Erfahrungen mit Europa. Darüber hinaus gestalten sie Workshops, Schulstunden, Ausstellungen etc. zum Thema Europa. Wiebke ist eine von den EuroPeers und erzählt euch, was sie da so macht.
Die Aufregung bleibt
Auch nach etlichen, äußerst unterschiedlichen Veranstaltungen, die ich durchgeführt habe, merke ich spätestens auf dem Weg dorthin ein leichtes Kribbeln in der Magengegend, das schon ab und zu mal höher steigt, meine Gedanken beeinflusst und mich prüfend fragt: "Wiebke, schaffst du das alles? Vergisst du auch nichts? Hast du dich gut vorbereitet?" Ich habe jetzt in über zwölf Monaten, in denen das "Europeers-Projekt" besteht, knappe zehn Veranstaltungen durchgeführt. Angefangen in einigen Schulen und Jugendclubs bis hin zur Interviewrunde auf dem "Prora Event 06", meinem persönlichen Höhepunkt, war wohl alles vertreten. Aber was ist das eigentlich? Euro - was? Und wie bin ich eigentlich dazu gekommen? Wozu mache ich das, wozu opfere ich einen Teil meiner Freizeit, um Jugendliche zu informieren? Und worüber eigentlich??? Ich schlidderte da irgendwie so nach und nach rein. Den Anfang bildete zweifellos mein Europäischer Freiwilligendienst im nordostpolnischen Goldap. Nach neun Monaten voller (fast ausschließlich nur) positiver Erfahrungen, neuen Erkenntnissen, neuen Freunden und Bekannten, einer neuen Sprache kehrte ich wieder in meine Heimat zurück… Ich weiß noch, dass ich mir erst einmal wieder bewusst machen musste, dass mich die Leute auf der Straße wieder alle verstehen können, und dass ich dem Postboten die Tür nicht mit einem "Dzien dobry", sondern einem "Guten Tag" öffnen musste.
Wie wird man ein Europeer?
Und dann kam plötzlich dieses Angebot - es wurden ehemalige Freiwillige gesucht, um ihre Erfahrungen mit Europa an andere Jugendliche weiterzugeben und diese zu motivieren, ähnliches zu tun. Jetzt, im Zeitalter der EU der 27, im immer mehr zusammenwachsenden Europa, das doch aber noch so viel Misstrauen und Skepsis hervorruft, sollte gerade die Jugend informiert werden, werden sie bzw. wir doch einmal in den Folgen leben, die wir jetzt mithelfen zu gestalten (oder versäumen zu gestalten). Auf dem von der Deutschen Nationalagentur gesponserten Seminar fanden sich 100 zukünftige Europeers ein und wir wurden geschult im Verfassen einer Pressemitteilung, dem Auftreten vor einer Gruppe und dem Basiswissen rund um Europa. Ich denke, jeder hat davon mehr oder weniger mitgenommen. Ich fand's alles in allem sehr interessant und hilfreich, auch wenn ich bis heute noch keine einzige Pressemitteilung verfasst, geschweige denn abgeschickt habe. Aber das kann ja noch kommen. Das wichtigste war jedoch, die anderen Europeers kennenzulernen, sich einfach auszutauschen, zu hören, was sie für Erfahrungen gemacht hatten, wo sie im Ausland gewesen waren, und welche z.T. herausragenden Ideen sie hatten (Europapicknick, Europapartys…). In der "Youth Action Week" im Dezember 2005 hatten wir dann alle unsere ersten Veranstaltungen. Mein tollstes Erlebnis damit verbunden war, dass mich durch die von mir vorher aufgehängten Werbungsplakate ein Mädel per Mail ansprach und fragte (oder hatte sie einfach nur im Internet gesucht?), ob sie auch zuhören dürfe, obwohl sie eigentlich einer anderen Klasse angehöre. Da habe ich wirklich gemerkt, dass Werbung und eine Internetpräsenz wirklich von Bedeutung sind!
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Autorin: Wiebke Pahl - Stand: 17. April 2007