Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte
firstmary auf Fotosafari in der MUH

Das leise Klicken der Kamera geht im Produktionslärm unter. Wieder habe ich einen Moment festgehalten, einen Blick, einen Handgriff, einen der vielen Arbeitsschritte in der Produktion der Milch Union Hocheifel (MUH).
Die Produktion der MUH
Immer noch, nach zwei Stunden und mehr als 100 Fotos, bin ich überwältigt von der Größe des Unternehmens: Eine Lagerhalle, so groß wie zwei Fußballfelder, unzählige Maschinen, die jede 7000 Liter Milch pro Minute abfüllen und über 600 Mitarbeiter. Menschen laufen Ameisen gleich hin und her, füllen Rohstoffe nach, kontrollieren den Produktionsablauf, reparieren Defekte und entnehmen den Erzeugnissen unentwegt Proben: Die Nähte der Milchtüten werden auf ihre Reißfestigkeit getestet. Die für einige Sekunden auf 140°C erhitzte Milch muss keimfrei sein. Der Geschmack der Produkte wird überprüft. Die Zusammensetzung muss stimmen. Bevor eine Produktreihe die MUH verlässt, ist sie unzählige Male auf sämtliche Risiken und Unabwägbarkeiten getestet – sogar die eigens für Katzen hergestellte Milch, die in der Stadt begeisterte Abnehmer findet.
Reize für die Nase
Mittlerweile sind meine Geruchsnerven völlig überreizt. Konnte ich am Anfang die einzelnen Produktionsbereiche alle an ihrem Duft identifizieren, so ist es mir jetzt unmöglich, Kaffee-, Kakao- oder Kuhstallgeruch voneinander zu trennen. Ja, in der sterilen, rationalisierten, hochmodernen Produktion der MUH gibt es tatsächlich Orte, an denen es durchdringend nach Bauernhof riecht. Ein völliger Gegensatz zu der riesigen "Alten Produktion" oder der um Sterilität bemühten, etwas kühleren Atmosphäre in der weitläufigen "Neuen Produktion". Diese Atmosphäre, dieses ganze "Drumherum" auf die Speicherkarte der Kamera zu bannen, ist die eigentliche Herausforderung für uns Schülerinnen, die wir heute unter Anleitung des Profi-Fotografen Thomas Ott in der MUH Bilder schießen.
Fotoshooting
Nach einer kurzen Begrüßung durch den Leiter der Marketing-Abteilung Wolfgang Rommel und einer einstündigen Führung durch die riesigen Anlagen der MUH haben wir uns für einzelne Fotothemen entschieden und uns zum dreistündigen Shooting aufgemacht.
Unsere Motive sind Abfüllanlagen, Fließbänder, Einwickelmaschinen... Und ab und an auch Menschen, die Maschinen kontrollieren, Material nachfüllen oder in der "Kommandozentrale" den Produktionsverlauf regeln. Die Bilder sind vielfältig, die Gestaltungsmöglichkeiten auch und mit den Tipps des Profis – "Versuchs mal ohne Blitz." und "Halt die Ellenbogen nah am Körper, dann ist das Bild weniger verwackelt." – entstehen innerhalb von 180 Minuten über 1000 Fotos. Nach dem Mittagessen in der Cafeteria der MUH ist also erst einmal Aussortieren angesagt. Da wir unter Zeitdruck stehen (wir haben noch etwa zwei Stunden Zeit, Bilder auszuwählen, zu bearbeiten und auszudrucken), sucht Thomas Ott die zwei besten Fotos jeder Teilnehmerin aus und bearbeitet sie mit Photoshop: Bildausschnitt wählen, Kontraste schärfen, dunkelsten und hellsten Punkt markieren – als er fertig ist, können wir nur noch staunen. Diese Schwarzweißfotos haben wir geschossen! Nach der Abschlussrunde, in der wir alle ein durchweg positives Fazit ziehen, darf sich jede die Ausdrucke ihrer bearbeiteten Bilder mit nach Hause nehmen – als Beweisfotos sozusagen.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen – denn eins ist uns heute noch einmal deutlich geworden: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
Autorin: firstmary - Stand: 3. Juli 2007