Bilder im Kopf
Cobaverde hat freiwillige Sozialarbeit in einem Altenheim gemacht und dabei wundervolle Erfahrungen gemacht

Seit jeher wirbt Tanzenberg (ein Gymnasium in Österreich) mit dem außergewöhnlichen Angebot, die alten humanistischen Werte mit den christlichen Werten zu verbinden. Ich habe mich nicht umsonst für die Projektklasse "Christliche Lebensdimensionen" entschieden, ich sah viel dahinter. Etwas, was einem nicht jede Schule, nicht jede Klasse bietet. Jetzt, in der siebten Klasse hat Tanzenberg meine Erwartungen übertroffen, hat gezeigt, dass es mehr gibt, als das Training auf die spätere Gewährleistung der Funktionstüchtigkeit der Maschine Mensch. Ich bin es gewohnt, mit Menschen umgeben zu sein, die alles verstehen, was ich sage. Ich bin es gewohnt, mit Menschen umgeben zu sein, die Fortschritte machen, jeden Tag, das ganze Jahr. Und ich bin es gewohnt, mit Menschen umgeben zu sein, denen ich helfen kann, wenn sie danach fragen. Deshalb hatte ich vor dem Organ "Altersheim" Angst. Ich kannte das Vorurteil der Leute, kannte die Auffassung, dass die Menschen dort schlichtweg "nieder gespritzt" werden, unfähig etwas zu sagen oder eigenständig zu denken. Ich hatte gerade erst einen schweren Pflegefall in der Familie hinter mir, kannte die Berührungsängste, den trüben Blick vor dem bitteren Ende. Ich hatte einfach nur Angst.
Nichts konnte wirklich schlimm werden
Und dann sah ich zum ersten Mal das Caritas–Haus-Anna und sah das zugeschlossene Tor und hatte noch mehr Angst. Tja, und dann betrat ich das Haus und sah die Bilder an der Wand und in genau dem Moment wusste ich, dass ich das irgendwie schaffen würde, dass nichts, wirklich gar nichts, wirklich schlimm werden konnte in einem Haus mit solchen Bildern. Ich sah die Tafel mit den Dienst habenden Schwestern und die Tür zur Kappelle, und dann war ich irgendwie an meinem Arbeitsplatz. Jegliche Angst wurde abgeschaltet, ich nahm ein Telefon und begann, mich mit einigen Leuten bekannt zu machen. Und so begann alles. Alles, das ist eine Zeit, dich ich nie wieder vergessen werde. Alles, das ist eine Erfahrung, die keiner mehr für mich machen kann. Alles, das ist etwas, was man nicht aus Büchern lernen kann, oder von einem Lehrer gesagt bekommen kann. Jedes Bild, das ich gesehen habe, jede Minute, die ich erlebt habe, gehört mir; und das weiter zu erzählen und damit ein klein bisschen von der Angst zu nehmen, die viele Leute außerhalb der Institution eines Altersheimes haben, ist mir wichtig und ein ehrliches Anliegen. Ich wüsste nicht, wie ich meine kurzzeitige Arbeit besser schildern sollte, als mit einer Geschichte, die mich während der ganzen zwei Wochen begleitet hat. "Stock-Krimi" wäre eigentlich ein passender Titel für so etwas. Diese Geschichte zeigt so ziemlich alles, was in einem Altersheim ein Problem ist, und was es ist, dass alles miteinander verbindet. Es zeigt sowohl die Sicht der Angestellten, als auch die der Bewohner und der Angehörigen.
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Autorin: cobaverde - Stand: 20. August 2007