Abenteuer Natur
Der Ort an dem freche Finken das Essen vom Teller klauen

Galapagos hat viele Gesichter. Geheimnisvolle Pirateninseln, vielseitige Landschaftsbilder von mondartigen Lavafeldern über Nebelwälder bis hin zu wüstenartigen Küstenstrichen mit traumhaften, korallenstaubweißen Stränden. Ein sensibles Ökosystem welches heute, durch die vom Menschen verursachten Schäden, geschützt werden muss.
Bio - einmal praktisch
In der Schulbiologie habe ich das erste Mal von diesem Archipel vulkanischen Ursprungs gehört. Hier konnte Charles Darwin seine Evolutionstheorie anhand der perfekt an ihre Umwelt angepassten, "eingenischten" Darwinfinken belegen. Interessant für mich wird diese Inselgruppe aber erst, als ich mich schon in Ecuador befinde, wozu die Galapagosinseln gehören, und mich von Über- und Unterwasserfotos von Bekannten begeistern lasse. Bio einmal praktisch... Ich beginne, mich mit der Idee anzufreunden und zu träumen. Etwas chaotisch verläuft die Vorbereitungszeit dann schon, dafür habe ich es am Ende geschafft, etwas Geld zu verdienen und mit dem Militärflugzeug von der Landeshauptstadt Quito auf die Inseln zu kommen. Zwei Wochen will ich mich auf Galapagos aufhalten und würde sogar in den katholischen Missionen dort umsonst wohnen. Ich habe einfach Glück.
Kleine Dinos
Gleich bei meiner Ankunft auf Baltra komme ich ins Schwitzen. Die Trockenzeit von Dezember bis Mai, in der es so gut wie gar nicht regnet, trifft mich mit seiner Hitze wie ein Schlag ins Gesicht. Gleich bei der Bushaltestelle vor dem kleinen Flughafen sitzt dann auch gleich ein großer braun-gelb-roter Leguan und lässt sich nicht von den begeisterten, mit Kameras bewaffneten TouristInnen stören, die höchstens beim Sonnetanken im Weg stehen. Die Leguane haben sich durch die räumliche Trennung auf den Inseln verschieden entwickelt und sehen deswegen immer anders aus, mal dunkel, mal farbenfroh, mal können sie schwimmen, mal nicht. Aber Menschen interessieren diese kleinen Dinos so gar nicht.
Allgegenwärtiges Kopfnicken
Dann gehe ich bei einem meiner vielen Spaziergänge durch eine eher karge, trockene Landschaft mit felsigen Klippen und diese Tierchen sind überall. Teilweise sogar in gestapelter Formation. Ein allgegenwärtiges Kopfnicken, wenn ich ungebetenerweise durch das Territorium dieser Miniatursaurier schlendere. Dieses schon bedrohlich wirkende Szenario wird dann noch von dem "Pft" beim Ausstoßen des Salzes aus Drüsen auf dem Kopf unterlegt. Leider habe ich bei solchen Streifzügen in all den Felsöffnungen nie Piratenschätze gefunden…
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Blick über den Hafen von Puerto Ayora auf Santa Cruz |
| | Zeit zum Fressen für diese Schildkröte |
| | Seehunde schlafen im Schatten eines Baumes |
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Riesenschildkröten
In der Charles-Darwin-Station auf der Insel Santa Cruz lerne ich dann nicht nur alles Mögliche über die Entwicklung, Geschichte und den Schutz der Inseln. Ich kann mir unter anderem die verschiedensten Riesenschildkröten ansehen, die sich gemütlich und dabei knarschend von einer Ecke in die nächste ihres Geheges schleppen. Wer hätte gedacht, dass diese Wesen beim Eintreffen der Piraten und später der Einsiedler abgeschlachtet worden sind, oder dass eingeschleppte Tiere wie Ziegen, Hunde oder auch Ameisen ihr Fortbestehen bedrohen? Deswegen müssen sie speziell aufgezogen werden, damit sie später ausgewachsen wieder auf ihren Inseln ausgewildert werden können.
TouristInnen nur in Begleitung
Der Schaden, den die Menschen durch mitgebrachte Pflanzen oder Tiere dort angerichtet haben, ist hoch. Gerade deswegen ist es so wichtig, Galapagos zu schützen und zu schonen. 96% der Inselfläche ist 1959 zum Naturpark erklärt worden, den die TouristInnen nur in Begleitung ausgebildeter FührerInnen betreten dürfen. Auch die 100$ Nationalparkgebühr, die gleich bei der Einreise entrichtet werden müssen, fließen größtenteils in den Naturschutz, und nur eine begrenzte Zahl von BesucherInnen darf im Jahr auf die Inseln. Dabei ist es natürlich schwierig, das Gleichgewicht zu halten zwischen den sehr hohen Einnahmen durch die boomende Touristenbranche, die das Land Ecuador und Galapagos gut gebrauchen kann und auf der anderen Seite trotzdem einen angemessenen Schutz der Natur zu gewährleisten, wenig Menschen dorthin zu lassen. Schon die 15000 Menschen im kolonialisierten Wohngebiet belasten die Natur auf den Inseln sehr.
Schwimmen mit den Pinguinen
Zwei viel zu kurze Wochen mitten im Pazifik, Seehunde, ja sogar Pinguine haben mit mir das Wasser beim Schwimmen und Schnorcheln geteilt. Nie habe ich mich Tieren und der Natur so nahe gefühlt, alles schien wunderschön und zerbrechlich zugleich und allen Sonnenanbeterinnen und Tierliebhaberinnen kann ich nur empfehlen, sich auf dem Weg zu machen, sobald es das Portemonnaie zulässt. Vergesst die Sonnencreme und einen guten Naturführer nicht!
Autorin: Sabrina Apicella - Stand: 3. Dezember 2007