Verliebt in Tokyo!
Brunneninweimar macht ein Austauschjahr in Tokyo und ist begeistert, wie schön es ist, fremde Kulturen hautnah zu erleben.

Seit nun schon 6 Monaten bin ich also hier in Tokyo, Japan. Schon so fern erscheinen die ersten Monate, das Ankommen, erste Überraschungen, die Schwierigkeit der Sprache und und und. Ich hätte am Anfang nie gedacht, dass ich mich an so viele Dinge so schnell gewöhnen könnte. Aber ohne dass ich es richtig bemerkt habe, ist es passiert. Das ist mir vor allen Dingen aufgefallen, als ich eine Ampel gesehen habe, die senkrecht stand. Dazu muss man sagen, dass alle Ampeln die ich bis jetzt hier gesehen habe, waagerecht waren. Nun, ich sah diese senkrechte Ampel und meinte zu einer Freundin "Wie blöd ist denn das; eine senkrechte Ampel. Das sieht ja total komisch auf." Irgendwann ist mir dann aufgefallen, dass alle Ampeln in Deutschland senkrecht sind. Ich hatte es einfach vergessen. Das war irgendwie ein schöner Moment, weil ich gemerkt habe, wie sehr ich mich hier schon an alles gewöhnt hatte.
Willkommen In Tokyo
Und gerade deshalb, möchte ich euch allen etwas über Japan erzählen… Meine Ankunft hier in Japan werde ich wohl immer in sehr guter Erinnerung behalten. Nach einem tränenreichen Abschied von Freunden und Familie in Deutschland, stieg ich ins Flugzeug um ein Jahr in einem völlig fremden Land mit unbekannter Sprache und Kultur. Am Narita Flughafen in Tokyo kam ich am Morgen an. Eigentlich hatte ich nur meine Gastfamilie erwartet, doch als ich durch die Tür kam, stürzten mehr als 15 Leute auf mich zu, schüttelten mir die Hand, drückten mir ihre Visitenkarten in die Hand und hießen mich willkommen in ihrem Land. Schon ein paar Minuten später ging es los mit dem Auto – erst einmal essen gehen. Ich war zwar noch etwas vom Flug erschöpft, doch alle hörten nicht auf auf mich einzureden und mich anzulächeln. An dem gleichen Tag wurden noch anfallende Dinge im Rathaus geklärt, ich bekam ein japanisches Handy, konnte auch ein paar E-Mails an meine deutschen Freunde und Familie schicken und dann übermüdet in einem normalen Bett einschlafen.
Leben in der Gastfamilie
Meine Gastfamilie bestand aus 5 Leuten. Meine Gastmutter, mein Gastvater, zwei ältere Gastschwestern und eine Gastoma. Mein Gastvater ist Priester in einem Tempel – dieser Tempel befand sich praktischerweise direkt im Haus. Oder eben das Haus im Tempel, wie man es sieht. Meine beiden Gastschwestern studieren beide schon, wohnen aber noch zu Hause. Mit ihnen habe ich mich von Beginn an verstanden. Nur das mit der Verständigung war anfangs ziemlich schwierig. Englisch konnte nämlich keiner sprechen.
Jetzt, 6 Monate später, befinde ich mich bereits in meiner zweiten Gastfamilie. Das kommt, weil man bei einem Rotary-Austausch alle 3-4 Monate die Gastfamilie wechselt. So kann man verschiedene Lebensangewohnheiten und Familiensituationen kennenlernen. Meine jetzige Gastfamilie ist auch sehr nett, nur haben sie leider keine Kinder.
Andere Länder, andere Sitten
Ich glaube, am Anfang am meisten verblüfft haben mich die Toiletten. Man hat hier nämlich die Wahl zwischen zwei Arten von Toiletten – eine Art Plumsklo (traditionelle japanisches Toilette, sprich Loch im Boden) und eine hochmoderne, High-Tech Toilette mit Beheizung, Föhn, und so weiter. =) Ausserdem findet man hier überall, wirklich überall Getränkeautomaten – es gibt ja fast keine Diebe hier, weshalb man diese Automaten fast an jeder Strassenecke findet. Einerseits sehr praktisch, andererseits nicht soooo schön anzusehen. Beim ersten Mal Taxi fahren habe ich mich wirklich erschrocken – denn Vorsicht, Taxi-Tueren gehen automatisch auf!
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Autorin: brunneninweimar - Stand: 28. Januar 2008