Berlin 08!

Missmarie war beim "Festival für junge Politik und Kultur" in Berlin dabei und kann uns davon berichten.

Dieses Jahr war es wieder so weit. Nach gut drei Jahren stellte das Aktionsprogramm für mehr Jugendbeteiligung "Nur wer was macht, kann auch verändern" erneut ein Festival für Jugendliche auf die Beine. Das ganze nannten sie "Berlin 08, das Festival für junge Politik und Kultur", kurz Nullacht. Und ich war dabei.

Ein etwas unglücklicher Start
Etliche Jugendliche folgten am 12. Juni dem Aufruf und fuhren mit Auto, Bus oder Bahn nach Berlin. In Karlshorst auf einer Pferderennbahn befand sich der Campingplatz. Sogar mit mehr als einem Wasserhahn, für ein Festival sehr luxuriös ;). Die Zelte bei Wind und Regen im Sand aufzubauen, erwies sich hingegen als schwierig. Und auch der Gang zum Festivalgelände, 40 Minuten Fußweg, strengte an. Am ersten Abend waren wir deshalb ein wenig müde und vor allem eins – hungrig. Als wir nun das Gelände endlich erreicht hatten, war die Mensa schon geschlossen und die Buden zu. Zu allem Übel hatten wir auch noch den Live-Akt, Culcha Candela, um Minuten verpasst. Etwas niedergeschlagen kehrten wir nach einem Kurzbesuch im Partyzelt zurück zu unseren Schlafsäcken.


Der erste Workshop: sogar mit einem Politik-Promi!

Der nächste Morgen begann um 7 Uhr und damit viel zu früh. Aber wir mussten einkaufen, frühstücken und schon um 10.00 Uhr begann der erste Workshop. Drei Stunden später saßen wir also gemütlich in einem Raum des FEZ (dort fand das Festival statt). Das Thema des Workshops: Ein Jugendparlament auf Bundesebene. Zwei Stunden lang diskutierten wir darüber, wie man genug Leute über das Parlament informieren kann und wer überhaupt in so ein Jugendparlament kommt. Außerdem ging es darum, wie man Jugendliche aus ganz Deutschland vernetzt. Geleitet wurde der Workshop vom Jugendparlament Grimma. Zum krönenden Abschluss diskutierten wir eine Stunde lang mit Wolfgang Thierse, dem Vizepräsidenten des Bundestages. Wir stellten ihm unserer Ideen vor, die er prinzipiell sehr unterstützte. Danach entfachte eine rege Diskussion über einzelne Punkte unseres Konzeptes, bis wir schließlich beim Thema "Jugendliche und Parteien" anlangten. Wer gerne mehr über unsere Ergebnisse wissen möchte, kann sich das Wiki ansehen und mitgestalten.

Workshop zwei und drei: Zukunftsträume und Weltpolitik

Für uns ging es danach zu einem Workshop der Jugendfeuerwehr Brandenburg. Dort entwickelten wir mit Hilfe von Flipcharts unsere Traumzukunft. Dann machten wir uns daran zu überlegen, wie man diese Ziele umsetzen könnte. Wie kann man zum Beispiel als Jugendlicher mehr Gehör in der Politik bekommen? Kann ich auch etwas gegen den Klimawandel tun? Muss ich wirklich so viele Studiengebühren zahlen und kann dagegen nichts machen? Mit vielen Tipps und neuen Ideen machten wir uns schließlich auf zum Mittagessen. Diesmal hatte die Mensa glücklicherweise geöffnet und das Essen war gar nicht mal so schlecht. Gestärkt, aber schon ziemlich geschafft, machten wir uns erneut auf den Weg. Eigentlich wollten wir uns eine Diskussion über das "neue" Europa anhören, jedoch fanden wir kurzerhand ein anderes Projekt. In einem Raum standen Tische mit je einem Fähnchen, das ein Land symbolisierte. An jedem Tisch war ein Platz frei, auf dem anderen saß jemand in Anzug. Wir setzten uns und schon begannen die Diskussionen. Es gab richtige Verhandlungen über Trinkwasser, Hilfsgüter, CO2-Ausstoß und ähnliches. Die Person im Anzug war Experte des jeweiligen Landes. So konnten wir immer im Sinne dieses Staates handeln.

Zum Ausgleich Rock!

Als auch dieser Workshop beendet war, eilten wir nach einer kurzen Stärkung zur Bühne. Dort bereiteten sich gerade Panteón Roccocó auf ihren Auftritt vor. Es folgten 3 Stunden Bühnenshow von Madsen und Wir sind Helden. Vollkommen erledigt machten wir uns danach auf den Weg zum Campingplatz.

Der letzte Workshop: Sprechen lernen

Der nächste Tag: schon wieder klingelte der Wecker um 7 Uhr. Die Zelte mussten abgebaut werden und natürlich regnete es wieder. Müde bepackten wir unser Auto und besuchten zum letzten Mal das Gelände. Unser letzter Programmpunkt hieß "Rhetorikworkshop". Vier Stunden lang lernten wir, richtig zu reden und unseren Körper dabei richtig zu halten. Uns wurde über die Wirkung verschiedener Gesten und Mimiken erzählt und auch die Bedeutung des Blickkontaktes kam nicht zu kurz. Schließlich hielten wir "Spontanreden" zu etwas merkwürdigen Themen wie "Elefantenherde im Porzellanladen". Dabei beobachteten uns die anderen ganz genau, um uns Pro und Kontra unserer Redefähigkeit auflisten zu können.

Zu guter Letzt: Souvenirjagd!

Bevor wir dem Festival ganz den Rücken zudrehten, besuchten wir das Zelt der bpb. Dort statteten wir uns mit Heften, Postkarten und Stickern aus. Im Zelt des Deutschen Bundesrings kamen Hefte über Projektmanagement, Medien und Schülerzeitungen dazu. Zu guter Letzt wurden wir mit CDs beladen. Ein wenig traurig, aber mit vielen schönen Erinnerungen, kehrten wir zurück nach Hause.
Wer die Stimmung des Festivals erleben möchte, sollte eine Blick auf www.du-machst.de werfen.

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Jugendliche an die Politik!

Autorin: Missmarie - Stand: 11. Juli 2008
 
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