Naturally 7 - Wall of Sound Tour
Konzertbericht über eine außergewöhnlich Acapella-Band
Bis vor gut drei Wochen kannte ich Naturally 7 nicht wirklich. Ich kannte zwar ihren Hit "Music is the key", den sie mit Sarah Connor veröffentlicht hatten, aber mehr auch nicht. So war mir auch nicht bewusst, dass es keine gewöhnliche Band ist, da sie Musik ohne Instrumente machen und die Instrumente mit ihren Stimmen allein imitieren. Diese Form der Musik nennt man auch Vocal Playing.
Bunt gemischtes Publikum
Nachdem ich mich mit der "Wall of Sound" CD eingestimmt hatte, machte ich mich auf den Weg zum ersten Konzert der Wall of Sound Tour in Stuttgart. Da ich recht früh im Saal war, konnte ich die anderen Zuschauer beobachten und stellte fest, dass das Publikum sehr bunt gemischt war. (Fast) jede Altersgruppe war vertreten. Pünktlich um acht betraten die Sieben dann auch die Bühne und legten auch gleich los. Schon noch kurzer Zeit hatten sie mich in Bann gerissen.
Verkörperte Instrumente
Allein ihre elektronisch verstärkten Stimmen schufen eine tolle Atmosphäre. Und auch die Bühnenshow konnte sich sehen lassen. Warren, der "Schlagzeuger" saß wie in wirklicher Schlagzeuger in der Mitte erhöht auf einem Podest. Nur dass dort kein Schlagzeug stand. Und auch der "Bassist" Hops imitierte einen E-Bass nicht nur mit seiner Stimme, die mich richtig begeistert hat. Ich weiß nicht, ob ich jemals eine so tiefe Stimme gehört habe. (Ich war schon erstaunt als er ein paar Worte sagte. So eine tiefe Stimme hatte ich nicht erwartet.)
Besondere Maschinen ;-)
Aber auch die anderen fünf darf man nicht vergessen. N'Glish hat sehr schön durch die Show geführt. Warren ist bei seinen Soli richtig abgegangen. Sei es gesanglich oder bei Gitarren oder Geigensoli. Rod hatte ein ganz besonderes Spielzeug. Eines der Mikrofone war an eine kleine Maschine angeschlossen, die das was dort reingesungen wurde aufnahm und dann immer wiederholte. Allein mit dieser Maschine hat Rod ein Lied aufgeführt, und es hat nichts gefehlt. Aber auch Garfield und Dwight kamen nicht zu kurz und hatten ihre Soli, die ebenfalls toll waren.
1000 Leute als Taktgeber
Naturally 7 vergaßen aber nicht das Publikum und führten zusammen mit allen einen Song auf. Ich hatte nicht erwartet, dass das so gut klappen würde. Über 1000 Leute sollten im Takt singen und auf diesem Takt wurde dann ein ganzes Lied aufgebaut. Am Anfang waren sie sich auch unsicher, aber am Ende waren sie richtig von Stuttgart begeistert. :) Wie auch umgekehrt das Publikum von ihnen.
Ein sehr schöner Moment war auch, als sie a-capella das Lied anstimmten, das sie als Gruppe ganz zu Anfang gelernt haben. Leider habe ich den Titel nicht verstanden, nur dass es ein Kirchenlied ist. Man hat gemerkt, dass sie nicht nur toll Musikinstrumente imitieren können, sondern alle auch super Gesangstimmen haben mit entsprechender Ausbildung.
Lies auch die CD-Besprechung
Geendet hat das beeindruckende Konzert mit Phil Collins' Hit "Feel it (in the air tonight)". Am Ende sang das ganze Publikum mit. Ein etwas untypischer Break für das eher ruhigere Lied war als Hops (der Bassist) "Seven Nation Army" von den White Stripes anstimmte. Aber das störte keinen, da alle nur nochmals seine tolle Bassstimme hören wollten. ;) Dank der Standing Ovations des Publikums ließen sich Naturally 7 zu zwei Zugaben überreden: einem A-Capella Song und einem ihrer neuen Songs, wobei sie nochmals ihre Künste des Vocal Playing zusammen mit einer Performance zur Schau gaben. Nach diesem tollen Ende ging ich begeistert nach Hause (wie auch Naturally 7). Schade finde ich nur, dass ihre CDs nicht an ihre Live Performance heranreichen. ;)
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Autorin: Delfin13 - Stand: 5. Mai 2009