Die Welt im Computer
Auf Google gibt es jetzt nicht nur Infos, sondern auch eine Weltreise zum Nulltarif.

Schöne neue Welt! Das Weltraum-Shuttle Columbia ist mittlerweile wieder heil auf der Erde gelandet. Wer beim Gedanken an die Crew noch neidisch war, dass die AstronautInnen in den erhabenen Genuss kamen, die Erde in Fußballgröße anzublicken – der kann jetzt ganz relaxt am heimischen Rechner eine Erdumrundung starten und den blauen Planeten gar bereisen. "Google Earth" macht es möglich und zwar völlig umsonst.
Der Satelliten-Planet
"Google Earth" ist der neuste Coup des Suchmaschinen-Unternehmens. Man saust um eine digitale Weltkugel, zusammengesetzt aus Satellitenbildern. Die gab es schon früher im Internet - als sperrige Datenbanken, in denen man äußert mühselig nach Einzelbildern blättern konnte. Einen Anbieter solcher Aufnahmen, die US-Firma Keyhole, hat Google im Herbst aufgekauft. Nun hat das Suchmaschinen-Unternehmen die Daten neu inszeniert und ermöglicht seinen UserInnen so, die Welt völlig neu zu erkunden.
Völlig kostenlos
Die einzige Ausstattung sind eine schnelle Internetverbindung und ein zehn Megabyte großes Freeware-Programm. Das gibt es auf der Seite http://earth.google.com/. Einfach den Button "Get Google Earth (Free Version)" angeklickt und das Programm in einer der drei Größen auswählen. Schon kann der Download beginnen. Das Programm wird dann installiert und mit einem schnellen Internetzugang steht dann dem Weltraumvergnügen nichts mehr im Wege.
Völlig losgelöst
Schon zoomt man sich fallend an den Ort seiner Wahl: Sei es die 5th Avenue in New York oder der Strand von Sylt, innerhalb von Sekunden zeigt der Bildschirm das gewünschte Fleckchen Erde. Da springt man auch schon weiter in die Wüste Gobi, rüber nach Sibirien, schließlich in die Antarktis. Immer begleitet vom Gefühl der Schwerelosigkeit, einem Supergleiten gleich, über den blauen Planeten hinweg fliegend. Per Anhalter durch die Galaxis.
Unbegrenzte Möglichkeiten?
Dabei ist es natürlich völlig unmöglich, Leute zu beobachten. Denn die Bilder sind veraltet und können auch keine Häuser, Straßenzüge oder gar Menschen deutlich zeigen. Trotzdem: Wer in einen unbekannten Erdteil aufbrechen will, wird "Google Earth" sicher lieben. Auch wirtschaftlich interessante Zukunftsvisionen könnten damit wahr werden: Weltweit Routen planen, mit einem Klick Benzinpreise, Speisekarten oder Wohnungsangebote in einem beliebigen Ort erfahren oder den Urlaubsort schon vor der Reise genau inspizieren. Aber: Diese Technik birgt auch das Risiko, sich in der virtuellen Welt zu verlieren. Kritische Stimmen wie der US-Computerpionier David Gelernter warnt nach Angaben des Nachrichtenmagazin SPIEGEL schon heute: "Eines Tages schauen wir nicht mehr auf den Computer, sondern durch den Computer hindurch auf die Welt."
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Autorin: Tina Groll - Stand: 10. August 2005