Bleib nicht so lange im Netz!

Ist das Internet Grund für den dicken Familienstreit?

Ihr kennt bestimmt alle mehr oder weniger die Warnungen eurer Eltern: "Bleib nicht so lange im Internet!", "Hör endlich auf mit diesem Gechatte!" und  "Wehe, du meldest dich irgendwo an…!" Ihr verdreht die Augen und eure Eltern sind sauer, wenn ihr euch nicht daran haltet. Sie machen sich eben Sorgen, manche begründet, manche auch unnötigerweise, denn ihre Kinder sind oft besser informiert als sie selbst. Zumindest was den Schutz der Privatsphäre betrifft: Kaum ein/e Jugendliche/r meldet sich unter seinem richtigen Namen in einem Chat an oder schreibt seine/ ihre Handy-Nummer in ein öffentliches Forum, oder?


Computer machen schlau

Trotzdem sind die Eltern besorgt und oft auch ratlos, wie sie mit eurem Freund, dem Computer umgehen sollen. Die in den Medien hoch gekochten Einzel-Fälle von Chatbekanntschaften, die in Vergewaltigungen enden, haben leider ihre Spuren hinterlassen. Nicht selten kommt es zu Streitigkeiten in der Familie bis hin zu tagelangem Internetverbot oder zumindest drastischen Online-Zeit-Einschränkungen. Und das obwohl die neue OECD-Studie "Are Students Ready for a Technology-Rich World?" erst kürzlich herausgestellt hat, dass erfahrene ComputernutzerInnen in wichtigen Schulfächern bessere Leistungen bringen. Zugegeben, dieser Effekt kommt natürlich nicht vom Chatten, aber das ist ja auch nicht das Einzige, was Jugendliche im Netz tun.

Planlos surfen ist out

Was tun Jugendliche denn sonst noch so im Netz? Planlos herumsurfen ist längst aus der Mode gekommen: Wie eine neue Online-Studie von ARD und ZDF zeigt, geben über die Hälfte der über 14-jährigen UserInnen an, im Internet zielgerichtet nach bestimmten Inhalten zu suchen, die für die eigenen Bedürfnisse hilfreich sein können. Jugendliche suchen Informationen für Hausaufgaben und Referate, laden Musikdateien herunter oder erwerben Wissen in Online-Kurse wie hier auf Lizzynet im KnowHow-Bereich. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht aber das Abrufen und Versenden von E-Mails. Die Kommunikation mit anderen Gleichaltrigen über alle möglichen Themen wird an der elektronischen Post - wie auch in Foren und Chats - immer noch am meisten geschätzt. Und was die Nutzungsdauer angeht: Die Studie fand heraus, dass 14- bis 29-Jahrige durchschnittlich an 4,5 Tagen die Woche ins Netz gehen und sich dort ca. 152 Minuten wöchentlich aufhalten.

Erwachsene sind die Medien-Monster

Nicht gerade viel, wenn man die Gesamtmediennutzung Erwachsener an einem einzigen Tag vergleicht. Diese Bilanz kommt nämlich auf fast neuneinhalb (!) Stunden täglichen Medienkonsum – dabei wurden allerdings Zeitung, Fernsehen, Radio und Internet zusammengenommen. Frühstücken mit der Tageszeitung, dabei noch die Nachrichten im Radio hören, und nach Feierabend vor der Glotze hängen – schnell sind da die Stunden voll ... ;-).

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ARD/ZDF-Online-Studie 2005

Autorin: ~rosi~ - Stand: 27. Januar 2006
 
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