CD-Player? Wer benutzt denn noch sowas?

Jugendstudie untersuchte Medienverhalten von 12 bis 19 -Jährigen


Wer hört schon noch Musik nur im CD-Player, oder schaut Filme nur im Fernseher? Längst erfüllt der Computer diese Funktionen. Seit 2003 beobachtet die Universität Leipzig, wie früher getrennte Medienbereiche und Übertragungswege immer weiter zusammenwachsen mithilfe des  sogenannten "Medienkonvergenz Monitorings". Im Mittelpunkt stehen dabei die Jugendlichen und ihr Medienkonsum. Die Ergebnisse der soeben abgeschlossenen dritten Welle dieser Langzeituntersuchung basieren auf einer Onlinebefragung von mehr als 5000 Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren. Der Fokus der Untersuchung lag einerseits auf der Nutzung der multifunktionalen Medien Computer, Internet und Handy. Andererseits wurde untersucht, wie Jugendliche ihr Interesse für Musik, Computerspiele, Filme und Fernsehsendungen über verschiedene Medien hinweg verfolgen.


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Medienumfrage der Uni Leipzig
Welche Medien nutzt ihr?

Internet-PC wichtigstes Unterhaltungsmedium

Für viele Jugendliche ist das Internet nicht mehr nur ein Medium, um sich zu informieren oder mit anderen zu kommunizieren. Die Befragung ergab: Über das Internet die Lieblingsmusik zu hören, Videos und Fotos anzusehen oder Radio zu hören – all diese Unterhaltungsangebote gehören für Jugendliche zum Medienalltag. Vor allem Online-Videos auf Plattformen wie YouTube, Clipfish oder MyVideo sind sehr beliebt: 92% der befragten 12- bis 19-Jährigen sehen sich Online-Videos an. Dabei werden auf Videoplattformen im Internet nicht nur private Spaßvideos, sondern vor allem auch Inhalte der ‚alten' Massenmedien angesehen.  66% der musikinteressierten Jugendlichen schauen sich Musikvideos im Internet an. Onlinevideos zu Filmen sehen sich 55% der Filminteressierten an und Onlinevideos zu Fernsehsendungen nutzen 30% der Fernsehinteressierten.

Massenmedium 2.0
Internetspezifische Inhalte, wie z.B. Videoparodien auf Harry Potter, können einen ebenso hohen Bekanntheitsgrad erreichen wie Inhalte ‚klassischer' Massenmedien. Sie werden nicht nur tausendfach angeklickt, sondern liefern den Stoff für Pausengespräche und werden als Link im Freundeskreis verschickt. Dabei ist das Internet aber nicht einfach nur ein weiteres Massenmedium. Es sind vor allem die neuen Nutzungsqualitäten, die das Internet für die Unterhaltung interessant machen. Im Netz stellt man sich sein ‚Programm' ganz individuell zusammen, indem man sich seine Lieblingsvideos gezielt anschauen und in Playlisten abspeichern oder nach neuen, spannenden Videos suchen kann. Ein weiterer Reiz besteht darin, dass man dort auf viele zusätzliche Informationen zugreifen, Kommentare lesen oder schreiben und sich mit ‚Gleichgesinnten' vernetzen kann. Das Internet ist ein Mitmachmedium geworden.

Videos werden weniger hochgeladen als Bilder
Aber: Auch wenn viele Jugendliche Web 2.0-Angebote wie z.B. Videoplattformen zur Unterhaltung nutzen – das Internet selbst durch das Hochladen eigener Inhalte mitzugestalten, ist für die Mehrheit nicht so interessant. So haben z.B. nur 40% der Befragten schon einmal ein Video selbst (oder gemeinsam mit anderen) ins Internet gestellt. Anders ist dies aber bei Bildern: 84% der befragten 12- bis 19-Jährigen laden Bilder ins Internet, 39% tun dies sogar oft. Seien es Fotos von der letzten Party, Selbstporträts oder auch Bilder von den Lieblingsstars. Sie gestalten damit ihr virtuelles ‚Profil' - z.B. bei Social Networks wie SchuelerVZ und MySpace oder auch bei Messengerdiensten wie ICQ.

PC macht ‚alte' Medien zunehmend überflüssig
Die Stereoanlage verschwindet aus dem Jugendzimmer, der Discman ist schon längst verstaubt: Wenn Jugendliche heute Musik hören, dann hören sie meist MP3-Dateien - sei es mit dem PC oder mit mobilen Playern – oder sie greifen gleich auf das Internet zu. Am Beispiel der Musiknutzung zeigt sich am deutlichsten, dass der Gebrauch von Computer und Internet zunehmend zur Ablösung von ‚alten' Trägermedien und Wiedergabegeräten führt: 78% der befragten Jugendlichen hören Musik oft am PC, während nur 36% oft den CD-Player zum Musikhören nutzen. Das Internet tritt zunehmend in Konkurrenz zum herkömmlichen Rundfunk: 40% der Befragten hören ihre favorisierte Musik im Internet, jedoch nur 29% im Radio und 28% im Fernsehen.

Alle weiteren Ergebnisse der 3. Welle des Medienkonvergenz Monitoring, auch differenziert nach Geschlecht, Alter und Bildungshintergrund der Befragten, sind als pdf-Datei im Internet unter www.medienkonvergenz-monitoring.de abrufbar.


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www.medienkonvergenz-monitoring.de

Autorin: Pressemitteilung/ Redaktion - Stand: 21. Mai 2008
 
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