Klingeltöne gratis?
Der Haken mit dem Haken...

Christiane dachte sich nichts dabei, als es hieß: "Bei Registrierung gibt es einen Klingelton gratis!". Na fein, das kann man ja mal mitnehmen. Danach muss man ja nix mehr bestellen. Also Handynummer eingegeben und abschicken! Seltsamerweise wurden daraufhin aber jeden Monat 2,99 € von ihrem PrePaid-Guthaben abgezogen, obwohl sie gar keine weiteren Logos oder Klingeltöne mehr bestellt hatte. Sie versuchte, sich an die Firma zu wenden, was nach mehreren Versuchen dann auch endlich gelang. Schließlich teilte man ihr mit, sie habe bei ihrer Registrierung doch auch das Monatsabo mit geordert und könne daher jeden Monat sieben Klingeltöne für insgesamt 2,99 € herunterladen. Kündigung sei jeweils zum Monatsende möglich.
So richtig klar war ihr aber immer noch nicht, bei welcher Gelegenheit sie eigentlich ein Abo bestellt haben sollte. Hm, da war doch mal was mit Gratis-Klingeltönen... Sie ging noch einmal auf die Seite des Anbieters und klickte dort auf den Link zum Gratisangebot, und siehe da: Es gab bei genauerem Lesen tatsächlich eine Stelle, an der bereits ein Haken in dem kleinen Kästchen eingetragen war. Das sah dann ungefähr so aus:

Irgendwie hatte sie sich über den Haken echt keine Gedanken gemacht. Schließlich gibt's solche Kästchen ja dauernd irgendwo beim Bestellen im Internet, wer soll das alles auch noch lesen. Ist doch genau wie mit den "AGB" (Allgemeine Geschäftsbedingungen). Wer zieht sich die schon wirklich rein? Jetzt ist sie allerdings neugierig. Und als sie drauf klickt, bleibt sie an der Stelle hängen, an der was von "...kommt mit dem Nutzer ein Abonnement-Vertrag zustande" steht. Na sowas..., ob man bei solchen Angeboten vielleicht doch ein bisschen genauer hinschauen sollte, bevor man auf "weiter" oder sogar "Abschicken" klickt?
Hier hätte sie also sogar noch sehen können, worauf sie sich einlässt. Aber es muss gar nicht das Internet sein: Auch im Fernsehen wird für Gratisangebote geworben, die man direkt per "Premium-SMS" (das sind diese fünfstelligen Nummern, die mehr als normale SMS kosten) bestellen kann. Da muss man dann schon schnell sein, um zu verstehen, dass es sich bei Formulierungen wie "Monatspaket" oder "Sparpaket" auch um Abonnements handelt. Denn die Zeit, das "Kleingedruckte" unten am Bildschirm auch noch zu lesen, hat man meistens nicht.
Das könnt ihr dagegen tun
 | Bei allen, die mit "Gratisangebot" oder Ähnlichem werben, auf jeden Fall zweimal nachsehen, ob nicht noch so ein Kästchen aktiviert ist bzw. Anmerkungen dabei stehen. Manchmal werden auch einfach nur Sternchen dran gemacht - die dazu gehörige Information und den Preis muss man dann irgendwo am unteren Rand suchen. |
 | Auch, wenn es anstrengend ist: Wenn man sich nicht sicher ist, was abgeht, kann sich ein Blick in die "AGB" lohnen. Gerade online ist das eigentlich die beinahe einzige Infoquelle, die besagt, auf was man sich da einlässt. |

Dieser Artikel wurde uns von "checked4you", dem Jugendmagazin der Verbraucher-Zentralen NRW, zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!
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Autorin: checked4you - Stand: 29. Juli 2005