Teil 3: Hilfe mit polyphonen Klingeltönen
Von der mp3-Datei zum MIDI
Sollte eure Nachforschung ergeben haben, dass euer Handy nur Midi-Dateien abspielt, habt ihr bei der Umwandlung eine frustrierende Aufgabe vor euch, die nicht unbedingt von Erfolg gekrönt sein wird. Freeware, die euch dabei helfen könnte, ist sehr selten und sogar käufliche Klingelton-Software, die andere Formate nach Belieben umwandeln kann, drückt sich häufig um diese Funktion. Selbst, wenn ein Programm behauptet, es zu können, ist das noch lange keine Garantie dafür, dass ihr euch am Ende tatsächlich über eine abspielbare Midi-Datei freuen könnt. In diesem Bereich wird gerne mal viel versprochen und wenig gehalten.
Das hat auch einen guten Grund: mp3-Dateien in Midis umzuwandeln, die sich noch einigermaßen so anhören wie das Original, ist nämlich schwierig. Für einen Menschen mag sich beides nach Musik anhören, aber in Wirklichkeit sind diese beiden Formate so unterschiedlich aufgebaut, dass der Computer sie als völlig verschiedene Dinge behandelt. Eine mp3-Datei beschreibt nämlich fertige Klänge, genauso wie sie aus dem Lautsprecher kommen sollen. Eine Midi-Datei hingegen enthält eine Liste von Ereignissen, die eine Soundkarte oder ein Wiedergabegerät lesen und nach ihrer eigenen Logik zu Tönen umsetzen kann. Am ehesten lässt sich eine Midi-Datei daher mit einem Notenblatt vergleichen: Jedes Abspielgerät muss die Töne erst vom Blatt lesen, weshalb sich die Datei auch auf jedem Computer und jedem Handy ein bisschen anders anhört.
Ein Programm, dass mp3s in Midis umwandeln soll, hat also eine ähnliche Aufgabe wie ein Mensch, der ein Lied hört und es in Noten aufschreiben will. Nur hat das Programm es noch schwerer, weil ein Computer nicht von Natur aus ein musikalisches Gehör hat und deshalb die einzelnen Instrumente nicht voneinander unterscheiden kann, genauso wenig wie den Hintergrundgesang von der Hauptmelodie und den Bass vom Hintergrundrauschen.
Als Daumenregel gilt daher: Je simpler das Lied in eurer mp3 gestrickt ist, desto brauchbarer wird die fertige Midi-Datei. Wenn ihr euch selber mit dem Mikro am Rechner beim Blockflötespielen aufgenommen habt, wird ein gutes Programm kaum Probleme haben, die Melodie herauszufiltern. Auch bei Liedern, die ein Intro haben, in dem nur ein Instrument spielt, stehen die Chancen gut, dass ihr wenigstens dieses Intro verwenden könnt. Ähnliches gilt für einfache klassische Stücke. Bei einem typischen Popsong mit Bass, Hintergrundgesängen und diversen Soundeffekten ist es jedoch wahrscheinlicher, dass am Ende ein wildes Gepiepe herauskommt, das kein normaler Mensch als Klingelton wollen würde.
Wenn euch all das noch nicht abgeschreckt hat, könnt ihr euer Glück mit der Konvertierungssoftware WIDI versuchen. Das Programm ist Shareware, und die kostenlose unregistrierte Version lässt euch leider nur die ersten zehn Sekunden eines Musikstücks abspeichern (die Vollversion kostet 38 Euro). Wenn es sich um gute zehn Sekunden handelt, reicht das jedoch für einen Klingelton schon aus.
Sollte das Ergebnis zu enttäuschend ausfallen, findet ihr im Link-Kapitel noch ein paar Seiten, auf denen ihr wenigstens ein paar schöne fertige Midis runterladen könnt.
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Autorin: zachanassian - Stand: 10. Juli 2007