Das Geburtshaus des WorldWideWeb
Vor 50 Jahren wurde Europas größtes Forschungszentrum, CERN, gegründet

Ohne das WWW gäbe es Lizzynet nicht, und das wäre eine Katastrophe, oder? Aber wie und WO vor allem entstand eigentlich die wohl revolutionärste Erfindung der letzten Jahrzehnte, die heute von mehr als 700 Millionen Menschen weltweit selbstverständlich genutzt wird - wer waren die Hebammen des WorldWideWebs?
"Gäbe es einen Nobelpreis für Informatik, so hätte ihn sicher Tim Berners-Lee bekommen, der Schöpfer des WWW", schreibt Anke Hagedorn in einem Artikel in dw-world. Das damals noch kompliziert zu bedienende Kommunikationsmedium Internet existierte nämlich bis 1990 nur für eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern und Militärs. Berners-Lee und sein Kollege Robert Caillau, beide Mitarbeiter im CERN, dem größten Forschungszentrum Europas, ist es zu verdanken, dass daraus ein demokratisches Massenmedium wurde. Die ursprüngliche Motivation war eigentlich Eigennutz, denn sie wollten nur die an einem CERN-Projekt beteiligten Forscher vernetzen, damit diese ihre Daten von Computer zu Computer schicken konnten. So kam eins zum anderen: die Computersprache 'html' wurde entwickelt, das Protokoll 'http' erstellt und die Einigung, dass man sich über 'www' einwählt. "In dem Augenblick, wo man sich auf diese Konvention geeinigt hatte, war alles miteinander vernetzt", erzählt Caillau. Reich und berühmt wurden sie allerdings nicht dadurch, denn sie ließen es sich nicht patentieren. Absichtlich nicht. Caillau: "Wenn wir für eine privates Institut gearbeitet hätten, dann hätten wir das World Wide Web nie erfunden. Das Web konnte nur in einem solchen offenen, nicht kommerziellen Rahmen erdacht und ausgearbeitet werden."
Mehr als zehn Jahre später immerhin bekam Tim Berners-Lee für die Erfindung des Web den ersten Millenium-Technologie-Preis und damit eine Million Euro. Er fand das allerdings ein bisschen spät und kritisierte, dass KünstlerInnen schon viel früher als die wissenschaftliche Gemeinschaft erkannt haben, wie wichtig diese Erfindung war. "Die Medien haben Jahre gebraucht, um zu erkennen, worum es hier geht, manche Politiker haben es bis heute nicht begriffen."
Das CERN (Conseil "Européen pour la recherche nucléaire" - auf Deutsch: "Europäischer Rat für Kernforschung") wird in diesem Jahr 50. Heute wird das Institut offiziell "Europäisches Laboratorium für Teilchenphysik" genannt, aber die alte Abkürzung wurde nicht ersetzt. In den Forschungseinrichtungen, die im Westen der Stadt Genf liegen, suchen die WissenschaftlerInnen nach dem, was die Welt im Innersten zusammenhält, nach den Ursprüngen des Kosmos. Bei diesen Experimenten entwickeln sie so manche Verfahren und Techniken, die weit über die Kernforschung hinaus gehen. Die bekannteste davon ist eben unser gutes altes World Wide Web :-). Herzlichen Glückwunsch CERN!
Lies den ganzen Artikel in dw-world.de
Autorin: Redaktion / dw-world.de - Stand: 4. November 2004