Schuhtick - eine besondere Ausstellung

Geschichte und Geschichten von Schuhen in einer Ausstellung in Herne

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Von kalten Füßen und heißen Sohlen

Seid ihr auch Schuh-verrückt? Wenn ja, dann dürfte euch die neue Ausstellung "von kalten Füßen und heißen Sohlen" interessieren, die seit dem 6. Dezember im LWL-Museum für Archäologie in Herne gezeigt wird. Hier gibt es jede Menge zu bestaunen: die älteste Sandale Europas, Biedermeierstiefel, Schuhe von Marlene Dietrich, Marilyn Monroe oder Jürgen Klinsmann. Insgesamt 400 Exponate erzählen auf 800 Quadratmetern die Geschichte und Geschichten von Schuhen. Von der Fußbekleidung der Neandertaler über römische Sandalen bis hin zu aktuellen Designerschuhen spannt "Schuhtick" einen Bogen durch die Epochen und über Kontinente hinweg.


Schuhgeschichte aus dem Karton

Ein Großteil der faszinierenden Treter ist während der Schau in vier über drei Meter hohen begehbaren Schuhkartons ausgestellt. Status und Macht, Sinnlichkeit und Erotik, Glaube und Glück sowie Kunst und Design sind die vier Themenkreise der Ausstellung.

Stars und Sternchen

Auch prominente Schuhe aus Film und Fernsehen, Politik und Sport sind zu sehen. Zu ihnen gehören etwa Uta Pippigs Marathon-Rekordschuhe, Audrey Hepburns Ballerinas oder Madonnas Pumps aus dem Film "Evita".

Status und Macht

Für Geschichtsinteressierte gibt es viel zu lernen: Schuhe zu tragen, war und ist für viele Menschen nicht selbstverständlich. Ihr Besitz war in manchen Kulturen ein Zeichen von Status und Macht. Sklaven in der römischen Antike gingen barfuß, worin sie sich von freien Bürgern unterschieden. Im Mittelalter regelten Kleiderverordnungen für jeden gesellschaftlichen Stand Aussehen und Form der Schuhe. Als Privileg des französischen Adels galten im Zeitalter des Barock rote Absätze.

Sinnlichkeit und Erotik

Schon früh bestand zwischen Frauen und Schuhen eine sinnliche Beziehung. Je nach Epoche und Kultur variierten das Schönheitsideal und die Attraktivität bestimmter Körperpartien, was auch Fuß und Schuh betraf. Beispielsweise galt im 18. Jahrhundert der Anblick eines unbedeckten Knöchels als überaus erotisch. High Heels, Overknee-Stiefel oder Pumps mit Fesselband unterstreichen bis heute die Wirkung der Füße. Der Übergang von Sinnlichkeit und Erotik der Schuhe zum Fetisch-Charakter ist fließend. So sind beispielsweise der Höhe der Absätze, in denen das Laufen noch möglich ist, Grenzen gesetzt. Auch in der Männerwelt sollen verschiedene Schuhtypen die männliche Attraktivität unterstreichen. Ein auffallend zweifarbiger Herrenschuh der 1920er Jahre, der sogenannte Spectator, ging etwa als Dandy-Schuh in die Geschichte ein.

Glaube und Glück

Im Volksglauben spielen Schuhe eine bedeutende Rolle. Sie sind oftmals Glücksbringer, was zahlreiche Amulette und Schmuckstücke in Schuhform belegen. Die ersten Schuhe des Kindes aufzuheben, sollte zum Beispiel das Kind vor einem frühzeitigen Tod bewahren. Auf chinesischen Kinderschuhen sind noch heute Verzierungen mit dem Tierkreiszeichen des Geburtsjahres zu finden, die böse Geister abwehren und die Schritte im Leben sicher lenken sollen. In vielen Religionen gibt es ebenfalls Rituale und Vorschriften, die den Fuß samt Verpackung betreffen. Im Islam gilt nach wie vor das Verbot, Moscheen mit Straßenschuhen zu betreten.

Kunst und Design

Schuhe sind Objekte von Mode und Kunst. Aus manchem Schuhmacher wurde mit der Zeit ein Schuhkünstler. Berühmte Schuhdesigner wie Salvatore Ferragamo und Manolo Blahnik gestalten eher Kunstobjekte als gebrauchsfähiges Schuhwerk. Seit Vincent van Gogh erstmalig in einem Stillleben den Schuh als zentrales Bildmotiv verwendete, hielt dieser auch Einzug in die Kunst des 20. Jahrhunderts.

An dem Gemeinschaftsprojekt "Schuhtick" arbeiten Archäologen, Kultur- und Naturwissenschaftler verschiedener Museen. Nach dem Ende der Ausstellung im LWL-Museum in Herne wandern die Schuhe weiter: zunächst ins Überseemuseum Bremen, danach in die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Hauptförderer des Ausstellungsprojekts "Schuhtick" ist die Ludwig Görtz GmbH.

Wann und wo findet die Schuhausstellung statt?

Bis zum 5. Juli 2009 ist "Schuhtick" in Herne zu sehen.

Adresse
LWL-Museum für Archäologie
Europaplatz 1
44623 Herne
Tel.: 02323 94628-0


Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 Uhr bis 17 Uhr
Donnerstag 9 Uhr bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag 11 Uhr bis 18 Uhr

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www.schuhtick-ausstellung.de

Autorin: Pressemitteilung/ Redaktion - Stand: 11. Dezember 2008
 
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