Welchen Wert hat Liebe noch?

Britti91 regt sich darüber auf, wie die schönste Sache der Welt im TV schamlos breitgetreten wird

Im Normalfall enden die Beziehungen von uns Jugendlichen mittlerweile nach ein paar Wochen, alles andere ist schon Ausnahme. Wirkliche Liebe kann das nicht sein. Genannt wird es trotzdem so. Aber wie kommt es, dass mit diesem eigentlich so beutungsvollen Begriff mittlerweile so bedachtlos umgegangen wird?

Liebeskiller Fernsehen
Ein Grund dafür ist mit Sicherheit das Fernsehen, wo man sich nach einem Tag und zwei Time-Outs für einen von zwei Kandidaten entscheidet, oder noch schlimmer: Wo man von den Eltern zu drei Blinddates geschickt wird, während sein momentaner Partner das schamlose Geflirte auf einem Bildschirm mitverfolgen muss. Am Ende kann man sich dann auch ganz leichtfertig gegen die manchmal schon monatelang andauernde Beziehung entscheiden. Einfach so, nach einem Tag. Eigentlich kein Wunder, dass wir uns so etwas zum Vorbild nehmen, denn auf den großen Musiksendern läuft ja auch den ganzen Abend nichts anderes.

Immer der Nase nach
Man könnte jetzt meinen, dass dies nur ein Trend aus den USA sei, denn alle bisher beschrieben Sendungsformate werden normalerweise nur nachsynchronisiert aus Amerika gezeigt. Das scheint aber anscheinend auch nicht mehr lange so zu bleiben. Denn plötzlich können auch Deutsche in der Dunkelkammer ihre potentiellen neuen Partner beschnüffeln und nach ihrem Geruch entscheiden. Und selbst auf den großen Familiensendern suchen plötzlich frustrierte Bauern nach einer Frau. Und meistens wird komischerweise sogar die passende gefunden. Wählerisch scheint hier mittlerweile keiner mehr zu sein.

Mit 14 das erste Kind?
Natürlich kann man nicht immer davon ausgehen, dass diese kurzfristig geschlossenen Verbindungen auch wirklich lange halten, oder überhaupt richtig ernsthaft zu Stande kommen, denn ein zusammengewürfeltes Blinddate-Pärchen muss sich ja nicht unbedingt so gut verstehen, dass es wirklich für eine Traumbeziehung fürs ganze Leben reicht.
Aber genau das ist das Problem: Da wird uns Jugendlichen heutzutage vorgelebt, möglichst leichtfertig mit Liebe umzugehen, was zur Folge hat, dass immer mehr 11-Jährige schon den ersten Freund haben, nach ein paar Wochen (manchmal nur Tagen) ist dann aber schon wieder der nächste dran. Da Sex ja im Grunde genauso unwichtig ist wie Liebe, bekommen die dann vielleicht auch schon mit 14 ihr erstes Kind, aber das heißt ja nicht, dass von nun an Schluss ist mit Feiern und Jungs! Nein, denn in dem Alter geht's ja erst richtig los!

Warten auf die wirkliche Liebe
Natürlich kann jeder mit sich und seinem Körper machen, was er will und an den vielen jungen Müttern ist mit Sicherheit nicht nur das Fernsehen schuld, aber halbwegs intelligenten Menschen sollte nach einem kurzen Blick ins Nachmittags- bzw. Abendprogramm einiger Sender wirklich die Lust aufs Fernsehen vergehen.
Und die meisten Jugendlichen lieben wohl auch nur so leichtfertig, bis sie das erste Mal richtig verliebt sind, denn dann bemerkt man schließlich erst den Unterschied. Nur schade, wenn diese Einsicht erst mit Mitte 30 kommt, denn wer weiß, was sich in der nächsten Zeit noch alles für Sendungsformate ergeben werden…


Autorin: britti91 - Stand: 10. April 2007
 
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