Wahrheit
Wahrheit ist wichtig. Denn ohne sie würde sich das Weltklima ganz schon abkühlen.

Also für mich bedeutet Wahrheit sehr viel. Was wäre denn, wenn jeder jeden einfach anlügen würde? Man würde sich doch nur verarscht vorkommen, und außerdem ist das doch keine Basis für Vertrauen. Dann wäre doch nur Missgunst in der Welt, was ja das allgemeine, nennen wir es mal "Weltklima" (wie z.B. Betriebs- oder Schulklima), drastisch runterkühlen würde. Stellt euch doch mal vor, ihr werdet dauernd von einer bestimmten Person belogen, würdet ihr der noch glauben, wenn sie euch sagen würde, dass sie ganz sicher nicht die ausgeliehene CD von dir hat (falls es überhaupt noch zum Ausleihen kommt). Oder sehen wir mal das Ganze aus einer anderen Perspektive: Eure Eltern sind euch draufgekommen, dass ihr sie belogen habt, da ihr nämlich letztens gesagt habt, ihr geht zu einer Freundin, stattdessen euch aber auf einer Party zugedröhnt habt. Meint ihr, eure Eltern lassen euch noch einmal "zu einer Freundin" gehen? Ich glaube eher nicht.
Vertraue niemandem?
Und wenn das dann so schon im Kleinen anfängt, wie soll das dann erst auf der ganzen Welt werden? Jeder betrügt jeden, keiner traut dem anderen mehr über den Weg und vor allem: Jeder würde versuchen, dass durch Lügen nur für ihn das Beste herausspringt und die anderen sind ihm egal, hauptsache er. Ich denke mal, dass aus diesen Beispielen hervorgegangen ist, ob Wahrheit viel oder wenig für mich bedeutet, und ob ich großen Wert auf sie lege. Denn ich selber möchte ja auch nicht belogen werden, weil das ja in größeren Fällen sehr verletzend sein kann! Aber jetzt kommt es drauf an, wie streng man denn die "Wahrheit" nimmt. Denn wenn man z.B. eine Notlüge erzählen muss, dann entspricht dies ja eigentlich nicht der Wahrheit. Aber weil es so vielleicht erträglicher für den jeweiligen ist, da er eine "sanftere" Version hört? Ich denke, da teilen sich die Meinungen ... die anderen wollen die Wahrheit um jeden Preis erfahren, egal ob es sie auch verletzt, mehr verletzt als die Nicht-Wahrheit. Die einen wiederum, gehören nicht zu der harten Truppe und denken sich auch: "Was ich nicht weiß, das macht mich nicht heiß." Also, sie glauben halt einfach der Lüge, weil es leichter für ihre Psyche ist. Vielleicht glauben sie auch noch an die Lüge, wenn sie schon längst wissen, dass es in Wirklichkeit ganz anders ist, wie manche kleine Kinder, denen soeben klar geworden ist, dass es das Christkind gar nicht gibt. Also das ist auch wieder so ein typischer Fall, das mit dem Christkind, oder Nikolaus, oder Osterhase oder was auch immer. Die Eltern sagen den Kindern zwar nicht unbedingt die Wahrheit – nämlich dass diese Sachen alles nur Einbildungen sind – sondern wollen ihnen die kindliche Freude nicht verderben und erzählen ihn jedes Jahr aufs Neue die Geschichte vom Christkind.
Autorin: stillergirl - Stand: 18. Mai 2006