Die Architektur der Schönheit

Von Schönheitsidealen und deren Wandel

Überall kann man lesen und hören, dass nur die "inneren" Werte zählen, doch das sagen meist genau die Leute, die von der großen Mehrheit sowieso als schön angesehen werden, oder? Wäre eine Paris Hilton, eine Heidi Klum oder mehr der Typ "kleines Fass" vor 200, 300 oder 400 Jahren hip und in gewesen? Also: Wo und wann ist WAS ideal? Und wie wird eigentlich etwas zum Ideal?

Durch die Jahrhunderte
Ideale und Maßstäbe mögen Menschen sehr gern, etwa, um sich zu orientieren oder zu messen. Das Schönheitsideal hat sich in der Geschichte vielfach gewandelt und ist auch heute noch abhängig von der Gesellschaft und den Umständen, in denen man lebt. Hier soll erstmal das westliche Schönheitsbild betrachtet werden.

Fett als Statussymbol
In der Regel hängt das Idealbild der Körperfülle mit dem Nahrungsangebot zusammen, auf das die Menschen in einer bestimmten Gegend zugreifen können. In Gesellschaften, die oft Hunger leiden, ist der dicke Mensch Vorbild, sein angegessenes Fett ist ein Statussymbol. Denn es ist nicht für alle erreichbar, die arme Bevölkerung hat von Essen eher zu wenig als zuviel. Ein dicker Bauch war und ist in vielen Kulturen ähnlich gut zum Angeben wie ein Porsche hierzulande. Bei Steinzeitmenschen war es also angesagt, etwas auf den Rippen zu haben. Man will wohl immer das, was man gerade nicht hat oder ist: Ist Überfluss selten, ist Dicksein ideal. Hat man genug zu essen (zum Beispiel in den letzten Jahrzehnten in Europa), ist der- oder diejenige Vorbild, der/ die dizipliniert isst und Zeit für eine Runde joggen einräumt (und dann auch wirklich laufen geht!).

Antike Körper
In der griechischen Antike fand man, der Körper solle werder zu dick noch zu dünn sein, am besten, bei Männern, athletisch. Ein dicker Bauch galt als Weichei-Faktor. Frauen sollten "obenrum" eher schmal sein, aber kräftige Hüften haben. Eben diese kräftigen Hüften gelten heute auch noch in vielen westlichen Kulturen und an anderen Orten der Welt als erstrebenswert, denn sie vermitteln das Bild, man sei fruchtbar (also viele Kinder zu erwarten! ;)

Es lebe das Kalkgesicht!
Im Mittelalter empfand man mädchenhafte Frauen als ideal, besonders begehrt war eine weiße Haut. Helle Haut konnten sich damals nur die erlauben, die nicht auf Feldern, draußen oder im Schmutz arbeiten mußten, also vermögend waren. Bauern und Bäuerinnen konnten es gar nicht vermeiden, durch die Sonnenstrahlen gebräunt zu werden. Nur wer einen müßigen Lebensttil pflegen konnte, und andere für sich arbeiten ließ, der behielt die vornehme Bleiche. Die stets gebräunte Paris Hilton wäre also im Mittelater als Bäuerin rübergekommen, also fern der "feinen" Gesellschaft. Eine interessante Idee.

Leichtes Doppelkinn ideal
In der Renaissance (ca. 14.-17. Jahrhundert) wären zum Beispiel die Damen Knightley und Moss auch nicht sehr gut angekommen, gefragt war (mindestens!) Weiblichkeit a là Beyonce (um das besser zu verdeutlichen). In dieser Zeit darf Frau wohlbeleibt und füllig sein, gerne gesehen und beliebt ist ein kleines Doppelkinn. Da der Großteil der Bevölkerung immer noch arm ist und oft wenig zu essen hat, ist gerade deshalb das für viele unerreichbare Körperfett so ideal. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts wird dann gequetscht und gepreßt, das Korsett tritt seinen Siegeszug an. Bei Frauen wird das sogenannte Sanduhrformat zum Vorbild. Frauen und auch Männer pudern und schminken sich zu dieser Zeit wie verrückt. Später wird es für Männer verpöhnt, sich anzumalen, die Zeit dafür können sie sich nun sparen.


Hier gehts zu Teil 2 - "ideal" zum Weiterlesen!  ;)

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Die Architektur der Schönheit - Teil 2

Autorin: Susanna - Stand: 15. Juni 2007
 
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