Toleranz heißt nicht, alles geschehen zu lassen

Es gibt viel zu viele Menschen, die Falsches sehen und dagegen etwas unternehmen sollten. Aber sie tun es nicht.

Was bedeutet Toleranz eigentlich? Andere Menschen zu akzeptieren, so wie sie sind? Ja! Ihre Fehler zu respektieren, ohne jedes Mal die Augen zu verdrehen? Ja! Aber heißt es auch, die Augen zu verschließen, wenn etwas Ungerechtes vor seiner Nase passiert? Nein! Es gibt viel zu viele Menschen, die Falsches sehen und dagegen etwas unternehmen sollten. Aber sie tun es nicht. Wie kann es passieren, dass Hunde ausgesetzt werden, nur weil die Besitzer auf einmal merken, dass sie störend sind? Ist der Weg zum Tierheim so schwer? Warum landen Babys nicht in der Babyklappe, wenn Mütter sie nicht haben wollen? Schämen sie sich dorthin zu gehen?

Viele sagen: "Das geht doch nicht! Das kann man doch nicht machen!" Doch es passiert immer wieder. Viel zu oft hört man den Satz: "Ich halt mich da raus!" Sie lassen es zu, weil sie sich nicht trauen, etwas dagegen zu unternehmen. Andere Menschen zu akzeptieren und zu respektieren, sie nicht nach ihren Fehlern zu beurteilen ist wahre Stärke und beweist Mut. Das ist Toleranz; doch manchmal sollte man sie beiseite schieben. Vielleicht sollte man beim nächsten Mal nicht tolerieren, wenn ein Kind herumgeschubst wird oder ein Hund im Park von seinem Besitzer getreten wird, sondern eingreifen. Jeder hat Fehler und Gründe für seine Handlungen, doch das heißt nicht, seine Wut an anderen auszulassen. Dafür sollte man vielleicht raus aufs Feld gehen und schreien oder vor eine Mauer treten, wenn man sich nicht anders abreagieren kann. Ein Mensch braucht Toleranz genauso viel wie Intoleranz, damit er sich durchsetzen kann.

Wir sollten behinderte Menschen auf der Straße tolerieren, aber dazu gehört nicht, sie zu beleidigen, beschämen und minderwertig zu behandeln. Es sind Menschen wie du und ich und man sollte jeden so behandeln, wie man selbst behandelt werden will. Nur weil sie anders sind heißt es nicht, dass sie falsch sind und nicht zu uns gehören. Im Gegenteil. Wir sollten ihnen helfen, besser zurecht zu kommen und ihnen beibringen, was wir schon können. Das ist wahre Toleranz.


Autorin: claire20 - Stand: 16. August 2007
 
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