Treue heißt Vertrauen
Jeder Mensch erweist Treue gegenüber anderen Menschen, sich selbst, seinem oder dem Verhalten und Handeln anderer, und Dingen, die einem im Leben wichtig sind.

Oft ist der erste Gedanke den man mit Treue verbindet, die Treue zwischen zwei Menschen, die sich lieben. In einer Beziehung zweier Menschen ist die Treue unentbehrlich, da eine Beziehung auf dem Vertrauen zueinander basiert und eine innere Ruhe und Zufriedenheit ermöglicht. Nur wenn man sich ganz sicher sein kann, dass der Partner einem treu ist, kann man sich bei ihm geborgen und verstanden fühlen und muss sich nicht ständig mit dem Gedanken quälen, ob das, was man tut richtig ist und ob der Partner hinter einem steht. Es gibt in der Beziehung von Menschen verschiedene Arten von Treue, die die Basis des einander Vertrauens bilden. Die erste Form von Treue erweist sich darin, hinter seinem Partner in allen Entscheidungen, die er für sich oder für die Beziehung trifft zu stehen und ihm auf diese Art "treu" zu sein, dass man seine Entscheidungen akzeptiert, auch wenn man sein Handeln nicht verstehen sollte. Ein anderes Beispiel für diese Treue ist die Akzeptanz von Gefühlen des Partners oder auch der Freunde. Oft haben Menschen, die uns sehr nahe stehen -genau wie wir selber - Phasen im Leben, die uns völlig kaputt machen können. Wir werden mit Problemen konfrontiert, denen wir nicht gewachsen sind, oder es häufen sich so viele Probleme an, dass wir selber keinen Ausweg mehr finden. Um aus diesen Phasen der Traurigkeit und Verzweiflung zu entkommen, schaffen wir uns unterschiedliche Wege. Die einen verschließen sich und "fressen" ihre Probleme in sich hinein, andere wiederum suchen sich Aufgaben in ihrem Alltag, die sie von ihren Problemen ablenken... doch obwohl es meistens viel Überwindung kostet, ist das Reden über seine Probleme immer die beste Lösung und eine Grundlage gemeinsam oder für sich selbst Auswege zu finden. Die Treue spielt genau in dieser Situation eine sehr große Rolle, denn warum fällt es einem oft so schwer über seinen Probleme zu sprechen? Und warum tut man dies nur mit bestimmten Menschen und nicht einfach mit den Menschen den man zufällig gerade begegnet? Die Antwort ist ganz einfach, weil man nur mit den Menschen über sich redet, den man vertrauen kann, und von denen man weiß, dass sie Dinge für sich behalten können! Also stehen sich die beiden Begriffe Treue und Vertrauen sehr nahe. Denn nur wer jemandem Treue schenkt indem er seine Probleme anhört und sie vor allem als wichtig ansieht egal wie groß sie einem selbst erscheinen, nur dann kann man sagen, dass man jemandem vertraut.
Treue zu sich selbst
Eine weitere wichtige "Form" der Treue ist die Treue zu sich selbst. Menschen passen sich ihrer Umgebung an. Das ist ein Phänomen über das sich sicherlich streiten lässt, doch ich behaupte, dass wir allein an unserer Gesellschaft sehen, dass wir anders leben als z.B. die Eingeborenen Afrikas. Mit einer anderen Art des Lebens meine ich nicht die klar definierte Tatsache, dass wir in einer Überflussgesellschaft Leben, meine Gedanken gehen mehr in die Richtung, dass wir Sachen als selbstverständlich ansehen, und damit meine ich keine materiellen Dinge, sondern zum Beispiel das frühe Aufstehen, um zur Arbeit zu gehen oder das soziale Verhalten untereinander. Die ganze Lebenseinstellung schwankt von Kultur zu Kultur. Doch wie ist es dann einem jedem Menschen möglich, ein Individuum zu sein, wenn die Ansichten in den einzelnen Kulturen oft so gleich sind? Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt, und ich denke die Antwort ist die Treue zu sich selbst. Wenn jeder Mensch die selben Interessen hätte oder die Schwerpunkte des Lebens festgesetzt wären, so gäbe es wirklich keine charakterlichen Unterschiede zwischen den Menschen und nur die Menschen, die sich nicht an diese klar definierte "Lebenslinie" halten würden, wären Individuen, da sie aus der "Reihe tanzen" würden. Meine Ansicht vom Leben ist die, dass wir eine grobe Linie vorgegeben haben, die aber viele Abzweigungen hat. Welchen Weg wir letztendlich gehen ist unsere persönliche Entscheidung und letztendlich auch das, was uns individuell macht!
Falsche Wege
Doch es kann auch mal passieren, dass wir den falschen Weg gehen. Das ist schon jedem einmal passiert. Man tut etwas, was man später bereut. Die Treue zu sich selbst ist, wenn man aus den Fehlern lernt und Erfahrungen daraus sammelt. Man darf diesen "Fehler" der letztendlich eine Erfahrung ist nicht ignorieren oder verdrängen, sondern man muss zu sich und seinen Fehlern stehen!
Kann Treue verloren gehen?
Anders als die beiden anderen "Verwandten" der Treue, nämlich die Liebe und der Glaube, die beide auf der Treue zum anderen, zu sich selbst oder zu Gott basieren, kann die Treue nicht verloren gehen ohne sich selbst untreu zu werden. So schnell wie aus Liebe Hass werden kann, oder so schnell man den Glauben an etwas oder an Gott verlieren kann, so gibt es keine Situation in der die Treue zu einem anderen verloren geht, ohne dass man sich selber untreu wird. Denn wenn man sich zum Beispiel von seinem Partner trennt oder eine gute Freundschaft zerbricht, dann bleibt die Treue erhalten. Diese Art von Treue kann zum Beispiel das Behalten der Geheimnisse sein.
Zum dem Zeitpunkt wo man diese Treue bricht, in diesem Beispiel also die Geheimnisse verrät, war man untreu und hat all die guten Eigenschaften, die man einst durch das Halten der Treue hatte abgeworfen.
Autorin: camilla - Stand: 10. Oktober 2007