Viel vielfältiger!
Treu sein ist mehr als "nicht fremd gehen".

Bisher sprachen alle nur von der Treue, die durch jemanden betrügen oder ihm "treu bleiben", definiert wird. Treue ist in meinen Augen viel vielfältiger. So ist man nicht nur in einer Beziehung treu, wenn man einfach nicht fremdgeht, sondern, und das finde ich ist das viel schönere "treu sein", wenn man den anderen nicht im Stich lässt, ihm ehrlich und aufrichtig gegenübersteht, auch in schwierigen oder für einen selbst sehr nervenaufreibenden Situation nicht einfach sagt, "das ist mir alles zu anstrengend, ich verlasse dich und entziehe mich diesem Stress", denn DAS wäre Untreue. Wir lieben jemanden dafür, wie er ist. Wenn nicht, dann sollte man in den meisten Fällen nochmal kurz die Rosabrille absetzen und einen Moment lang nachdenken. Aber ansonsten ist es so, dass man sich gegenseitig im Ganzen liebt, mit allen Schwierigkeiten, ätzenden Angewohnheiten und eventueller Dickköpfigkeit. Was wäre das sonst für eine Liebe. Und, wie könnten wir rechtfertigen, dass wir demjenigen treu bleiben wollen, wenn er uns den Großteil der Zeit ankotzt? Seitens dieses "nervigen Partners", ist Treue dann etwas, womit man sich auseinandersetzen muss, um sich nicht selbst zu verlieren. SICH einfach treu zu bleiben. Denn wenn man aufgrund einer "Liebe" eine Grundüberholung seiner Selbst macht - ja, dann ist man quasi in ein neues Leben gesprungen, hat das andere, wie eine Haut, die Ausschlag hat, förmlich abgerissen. Und all das nur, um ums Verrecken dem anderen zu gefallen, damit er einen nicht im Stich lässt. Damit ER einem treu bleibt.
Nur so als kleiner Gedankenanstoß an euch dort draußen: Wer ist man, wenn man sich selbst, SEINEN Werten, SEINEM Glauben oder NichtGlauben nicht treu bleibt?
Autorin: freedomjunkie - Stand: 17. Oktober 2007