Wasser lebt!

Es fließt, es fällt, es brodelt, es sprüht. Es ist in uns drin und um uns herum. Wir benutzen es täglich: Zum Zähneputzen, Nudeln kochen, Wäsche waschen und im Bad.

Es fließt, es fällt, es brodelt, es sprüht. Es ist in uns drin und um uns herum. Wir benutzen es täglich: Zum Zähneputzen, Nudeln kochen, Wäsche waschen und im Bad. Der Mensch besteht zu zwei Dritteln aus Wasser, und auch die Erdoberfläche wird zu zwei Dritteln mit dem flüssigen Element bedeckt. Das Wasser kommt so selbstverständlich aus dem Wasserhahn, dass wir so gut wie keinen Gedanken mehr daran verschwenden. Hier zumindest! In vielen anderen Ländern der Erde ist das ganz und gar nicht so....

Im Jahr 2025 wird's knapp!

Wusstet ihr, dass 1,2 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben? Nach Schätzungen werden zwei Drittel der Weltbevölkerung im Jahr 2025 massiv unter Wasserknappheit leiden. Dabei sind Nordafrika, der Mittlere Osten, West- und Südasien - wie fast immer - am meisten betroffen. Der Grund dafür: Im 20. Jahrhundert stieg der Wasserverbrauch doppelt so stark wie die Weltbevölkerung. Dabei ist der größte Wasserfresser die Landwirtschaft: 70 Prozent des Süßwassers gehen in die Erde, wobei die eigentliche Katastrophe die ist, dass in den Entwicklungsländern mehr als die Hälfte des Wassers, das für die Landwirtschaft genutzt wird, durch kaputte Leitungen verloren geht.

2003 war das Jahr des Süßwassers

Die Vereinten Nationen (UN) haben das Jahr 2003 zum Jahr des Süßwassers erklärt. Und das hatte gute Gründe, denn die Versorgung der Menschheit mit sauberem Wasser ist eines der Hauptprobleme der Zukunft. Ein großer Teil des Wassers ist schon jetzt verseucht; jedes Jahr sterben drei Millionen Menschen an Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser verursacht oder übertragen werden. Die Ursache dafür liegt hauptsächlich in verheerenden sanitären Bedingungen. Nach Angaben der Vereinten Nationen leben 2,4 Milliarden Menschen ohne zeitgemäße Toiletten- oder Abwassersysteme. Das Problem ist schon länger bekannt, deshalb wurde auch schon beim Weltgipfel in Johannesburg im August 2002 das Ziel festgesetzt, die Zahl der Haushalte, die keine sanitäre Versorgung haben, bis 2015 zu halbieren. Aber auch in den reichen Industrieländern wird das Wasser immer schmutziger. Es gibt zwar High-Tech-Kläranlagen, aber gegen Antibiotika, Sexualhormone, Schmerztabletten oder Hustensaft, also all die Medikamente, die wir so schlucken und ja auch wieder ausscheiden, sind sie fast machtlos. Die Folge ist: Was einmal zur Linderung von Krankheiten und zur Erleichterung unseres Lebens gedacht war, macht nun Bächen und Flüssen das Leben schwer.

Cocktail aus Pestiziden

Warum wir euch mit solchen Schreckensnachrichten die Laune verderben? Na, es geht darum, dass wir alle einen anderen Umgang mit diesem kostbaren Lebenselixier finden. Immerhin trinken wir im Laufe unseres Lebens ca. 25.000 Liter davon. Und wer hat schon Lust, einen Cocktail aus Pestiziden, Bleichmitteln und Hormonen zu sich zu nehmen? Wir treten mit Füßen, was eine der wichtigsten Lebensgrundlagen unseres Planeten ist. Wasser kann nicht vermehrt werden, es gibt davon nur eine gewisse Menge auf der Erde und vom guten Trinkwasser ist diese Menge verhältnismäßig gering. Wasser ist wertvoll und unterliegt einem Kreislauf, das wussten früher noch mehr Menschen: Man trank das Flusswasser, es wurde zum Kochen und Waschen benutzt, Kinder wurden darin getauft, und von einigen Flüssen und Quellen hieß es sogar, dass sie Kranke heilen könnten. Flüsse, Seen und Meere mussten damals aber noch nicht täglich tausende Tonnen Gift schlucken. Abfälle und Fäkalien landeten nicht im Wasser, sondern in Gruben und auf Komposthaufen. Industriell hergestellte Waschmittel oder giftige Chemikalien gab es damals noch nicht.
Wenn wir trinken, waschen oder ein Schaumbad nehmen, ist das Wasser nicht weg, sondern nur für eine Weile raus aus dem Wasserkreislauf. Wir benutzen es und geben es dann in den Wasserkreis zurück. Wasser wird also nicht *ver*braucht, es wird *ge*braucht. Und unser Gebrauch hinterlässt viele Spuren...

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Autorin / Autor: Rosi Stolz - Stand: aktualisiert am 9. Februar 2009