Global Media Girls als WM-Reporterinnen

Die Fußball-WM aus der Sicht südafrikanischer Mädchen

Südafrika, ein Land, das lange unter der Apartheit leiden musste und immer noch mit den Folgen zu kämpfen hat, bekommt in diesem Jahr wahrscheinlich so viel Aufmerksamkeit wie noch nie, denn das Land an der Südspitze Afrikas ist Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft 2010. Was die Medien über Südafrika verbreiten beschränkt sich oft auf die gleichen Themen: Die Schlagzeilen sind geprägt von Begriffen wie "Chaos und Gewalt", "Verbrechen" und immer wieder "Armut".

Doch wie es wirklich aussieht, das wollen jetzt die Mädchen erzählen, die vor Ort leben. "Kick it up!" - ein Projekt der Organisation "Global Media Girls" bildet junge Frauen als Sportjournalistinnen aus, die abseits des Mainstreams (ihre) Geschichte erzählen und sie als Videoreportage für alle Welt sichtbar machen können. Die jungen Videoreporterinnen klären mit ihren Reportagen aber nicht nur über ihre prekären Lebensverhältnisse zum Beispiel in den Townships auf, sondern nehmen auch eine Vorbildfunktion für andere Mädchen ein, die dem Kreislauf von HIV, Drogen, Arbeitslosigkeit und Gewalt - dem Alltag der Mädchen in Soweto, dem Problembezirk von Johannesburg, entkommen wollen. Das Projekt soll den jungen Frauen ihre Stimme und ihr Selbstbewusstsein zurückgeben.

20 Mädchen aus Südafrika und 10 aus Los Angeles wurden dafür von erfahrenen JournalistInnen und Sportlerinnen angeleitet, wie sie Internet-Tagebücher führen oder Videos bearbeiten, die sie anschließend ins Internet stellen können.



Was ist Global Girl Media?

"Global Girl Media" ist eine Organisation, die Mädchen und jungen Frauen aus armen Regionen helfen will, durch eine journalistische Ausbildung eine Zukunftsperspektive aufzubauen.

Die Organisation wurde gegründet von engagierten Frauen in Rundfunkanstalten und JournalistInnen aus aller Welt, die erkannt haben, dass Mainstream-Berichterstattung sich immer nur um Katastrophen, Gewalt oder Stars dreht, während die alltägliche Erfahrung und die Stimme der unsichtbaren Mehrheit, vor allem junger Frauen, schweigend untergeht. Daran hat auch das Web 2.0 mit seinen Errungenschaften wie youtube, Twitter und Co. noch nichts Wesentliches geändert. Zwar kann jeder seine Meldungen ins Netz stellen, aber diese Techniken sind nur jenen zugänglich, die sich auch damit auskennen. Mädchen aus armen Gegenden der Welt gehören in der Regel nicht dazu.

Hier setzt "Global Girl Media" an und stellt technische Ausrüstung und KnowHow zur Verfügung, um junge Frauen zu digitalen JournalistInnen auszubilden. Das Ziel ist, sie dazu zu bringen, ihre eigene Perspektive auf ihr Leben, ihre Gemeinden und das Weltgeschehen zu dokumentieren und sie der Welt über das Internet mitzuteilen.

Zu den Gesellschafterinnen zählen unter anderem die Regisseurin Amie Williams, die Filmemacherinnen Kamala Lopez und Meena Nanji oder Kgomotso Matsunyane, südafrikanische Fernseh-Redakteurinnen. Die zweimalige Olympiasiegerin Julie Foudy aus den USA ist Sprecherin des Projekts. Die frühere Kapitänin des amerikanischen Frauenfußballteams ist übrigens die einzige Frau, die im amerikanischen Fernsehen als WM-Reporterin auftritt.

Die Videos, die im Rahmen von "Kick it up!" entstehen, werden auf verschiedenen Partnersendern, YouTube und auf mehreren Blogs zu sehen sein.

Hier geht es zur Webseite:

>

www.globalgirlmedia.org

Lies mehr zum Thema Mädchen und Fußball auf LizzyNet

>

Mädchenfußball

Autorin: Rosi Stolz - Stand: 8. Juni 2010
 
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