Eine aufgeklärte Zeit?

Wir leben in einer aufgeklärten Zeit. Doch geht es um einen Besuch beim Gynäkologen, dann hüllen sich alle in schweigen...

Im Sexualkundeunterricht lernen Mädchen theoretisch, wie der Zyklus einer Frau hormonell abläuft. Im Zuge von Aids-Präventions-Kampagnen werden Kondome wie bunte Ballons verteilt. Und seit die Kosmetik-Industrie die Damenbinde als Design-Objekt für sich entdeckt hat, kann frau geflügelte Hightech-Binden farblich auf ihre Garderobe abstimmen. Geht es aber um den Besuch bei einer Frauenärztin bzw. bei einem Frauenarzt, dann hüllen sich plötzlich Mütter, Schwester und Freundinnen in ein tiefes Schweigen.

Das ungute Gefühl

Viele Frauen und Mädchen verbuchen gynäkologische Untersuchungen im Kapitel "Lebenserfahrungen, die ich gerne vergessen möchte". Du musst dich vor einer fremden Person ausziehen. Sie fasst dich an den intimsten Bereichen deines Körpers an. Die Untersuchungen werden mit seltsamen Geräten durchgeführt und sind unangenehm. Viele Frauen und Mädchen fühlen sich ausgeliefert, unsicher und voller Scham. Gefühle, über die frau nicht spricht, und die mit der Annahme herunter gespielt werden, gynäkologische Untersuchungen gehörten zu den "natürlichen" Bürden einer Frau.

Warum überhaupt zur Frauenärztin?

Eine gynäkologische Untersuchung wird dann notwendig, wenn dein Körper sich ungewöhnlich verändert. Solche Veränderungen sind Blutungen und Schmerzen im Unterleib außerhalb der Regel, natürliche Absonderungen der Scheide, die plötzlich stärker sind und unangenehm riechen oder Juckreiz in der Schamgegend, Akne usw.

Ein Besuch bei der Frauenärztin/dem Frauenarzt wird außerdem wichtig, wenn du eine kompetente und neutrale Person suchst, mit der du über deinen Körper, Sexualität und alle Fragen der Empfängnisverhütung sprechen willst. Durch die ärztliche "Schweigepflicht" bleibt das Besprochene zwischen dir und der Ärztin/dem Arzt.

Für eine solche individuelle und persönliche Beratung ist es wichtig, eine Person zu finden, der du vertrauen kannst und die auf deine Bedürfnisse eingeht. Wie du so jemanden finden und wie du dich auf die Untersuchung vorbereiten kannst, erfährst du auf den folgenden Sites.


Autorin / Autor: Ute - Stand: 1. August 2000