Vom Traum zu fliegen
Cheerleading: Pyramiden, Teamgeist und falsche Klischeevorstellungen

Mit Klischeevorstellungen haben viele Cheerleaderinnen zu kämpfen: Sie seien grundsätzlich dumm, hätten alle blondes, wallendes Haar, dicke Brüste und wollen sich nur zur Schau stellen. Doch wie das mit Klischees so ist, verfliegen sie oft ganz schnell, wenn man mal einen Blick hinter die Kulissen wagt. Zum Beispiel hinter die der Gold Flames Cheerleader (GFCs) der Gelsenkirchen Devils Football-Mannschaft.
Mehr als nur Rumgehopse
Die Mädchen sehen schon gut aus, natürlich haben auch einige von ihnen blonde Haare und sie alle tragen bei ihren Auftritten relativ kurze Röcke. Püppchen, die sich nur auf ihre Schönheit konzentrieren und mit ihren Pompons herumhüpfen, sind unter den Gold Flames allerdings nicht zu finden. "Im Gegenteil, Cheerleading ist anspruchsvoller als viele Leute denken. Fast alle Skeptiker verstummen ganz schnell, wenn sie uns beim Stunten zusehen und begreifen, dass es dabei nicht nur ums Aussehen geht", meint Janice Körnig, die 25-jährige Trainerin der Cheerleading Mannschaft.
Nicht mehr auf den Adrenalinkick verzichten wollen
"Das Publikum zu Beifalls-Bekundungen bringen", das heißt Cheerleading wörtlich übersetzt. Neben dem Anfeuern verbindet Cheerleading aber auch noch Tanz, Akrobatik und das Turnen. Für Anna sind es die artistischen Elemente, die ihr besonders viel Spaß machen. Als "Top" oder auch "Flyer" steht sie bei Pyramiden ganz oben oder wird hoch in die Luft geworfen und nach einer Drehung von den anderen Mädels, den "Bases", wieder aufgefangen. "Man hat das Gefühl zu fliegen", schwärmt die 24-Jährige. Auch für die anderen der etwa 12 bis 28-jährigen Mädels der Junior- und Senior Allgirl-Mannschaft ist es der Adrenalinkick, der sie fast schon süchtig macht. "Wenn man einmal mit dem Cheerleading angefangen hat, kann man nicht mehr damit aufhören", erklären mehrere junge Frauen gleichzeitig.
Sich auf andere verlassen können
Aber auch der Teamgeist und das Vertrauen in die anderen Mädchen machen das Cheerleading zu etwas Besonderem. Vor allem bei Hebefiguren und Stunts muss sich jede auf die andere verlassen können. Vertrauen ist beim Cheerleading wichtiger als in vielen anderen Sportarten. Verletzungen sind nicht selten: Blaue Flecken, Zerrungen, Prellungen gehören dazu. Sowohl für die Bases, die ihre Kameradinnen in die Luft werfen und auf denen bei Pyramiden gestapelt wird, als auch für diejenigen, die oben stehen und sich nach akrobatischer Darbietung in die Arme der Bases fallen lassen. Jeder Handgriff und jede Bewegung ist aufeinander abgestimmt. Dabei geht es für die gesamte Gruppe nicht nur um Kraft, sondern vor allem auch um Technik und Konzentration.
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Autorin: Jennifer Horn - Stand: 23. März 2009