Im Schnitt 206 „Freunde“
Erste Ergebnisse der JIM-Studie 2011
Was würdet ihr auf die Frage antworten, wie gut ihr über Datenschutz im Netz informiert seid? Zwei Drittel der Jugendlichen sind der Ansicht, insgesamt gut oder sehr gut über das Thema Bescheid zu wissen. Doch diese subjektiv empfundene Kompetenz spiegelt sich nicht bei allen im Handeln wieder, denn über die Hälfte der Jugendlichen lesen zum Beispiel die AGBs ihrer Community nicht. Und drei Viertel von denjenigen, die es tun, geben zu, die AGBs nur überflogen zu haben. Dies sind erste Ergebnisse der JIM-Studie 2011 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs), die am 25. November 2011 im Musikpark Mannheim der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
Über soziale Netzwerke zu kommunizieren und in Kontakt zu bleiben, ist für Jugendliche heute selbstverständlich und gehört zum Alltag dazu. Vier Fünftel sind zumindest mehrmals pro Woche auf diesen Plattformen unterwegs. 57 Prozent der InternetnutzerInnen loggen sich täglich in ihre Community ein, ein Großteil davon sogar mehrmals täglich. Am häufigsten werden Communities genutzt, um miteinander zu chatten und Nachrichten zu versenden.
*Wenige Communities*
Die Auswahl der sozialen Netzwerke beschränkt sich auf wenige Anbieter, an erster Stelle steht hier Facebook, genutzt von 72 Prozent der 12- bis 19-jährigen OnlinerInnen. Dabei ist Anonymität absolut out: 65 Prozent haben ein eigenes Foto oder ein Video von sich hochgeladen. Zwei Fünftel haben Bilder oder Filme von Freunden oder Familienangehörigen eingestellt. Allerdings dürfen diese Privatheiten nicht alle sehen, denn die Angaben in der Community werden zunehmend vor dem Einblick Fremder geschützt. 79 Prozent haben in ihrem Profil eine Privacy-Option eingestellt, die den Zugriff Dritter einschränkt.
*Vertrauen in die eigene Community groß*
Trotz der vielen persönlichen Daten, die Jugendliche in sozialen Netzwerken abliefern, fühlen sich die meisten mit ihren Daten bei ihrer Community gut aufgehoben. Zwei Drittel gaben an, dass sie dem Anbieter ihrer Plattform vertrauen und ihre Daten dort als sicher betrachten. Vergleicht man die meistgenutzten Angebote Facebook und schülerVZ, fühlen sich schülerVZ-Mitglieder mit ihren Daten dort deutlich sicherer.
*Ältere Jugendliche werden misstrauischer*
Doch scheint das Sicherheitsgefühl abzunehmen, je älter die Jugendlichen werden, denn unter den 18- bis 19-Jährigen fühlt sich nur noch jede/r Zweite mit seinen Daten in seiner Community sicher. Im Schnitt haben junge Internet-NutzerInnen übrigens 206 „Freunde“, mit denen sie verlinkt sind. 96 Prozent gaben an, die Freunde aus ihrem Profil auch persönlich zu kennen. Die Community spiegelt also weitgehend die Verhältnisse in der realen Welt wider.
Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 gemeinsam mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland ab. Neben Daten zur Internetnutzung enthält die JIM-Studie Angaben zum Freizeitverhalten und Themeninteressen sowie Mediennutzungsdaten zu Fernsehen, Radio, Büchern, Computerspielen und Handy.
Ab dem 25.11. kann die JIM-Studie bestellt oder heruntergeladen werden:
Autorin / Autor: Redaktion / Pressemitteilung - Stand: 21. November 2011