Je toleranter, desto zufriedener

Glücksatlas 2016: Deutschland macht einen Glückssprung

Mädchen mit Blume

Bei all den Schreckensnachrichten der vergangenen Monate ist es doch schön zu lesen, dass sich die Deutschen scheinbar nicht herunterziehen lassen und die Zufriedenheit sogar leicht gestiegen ist. Das Glücksniveau liegt 2016 bei 7,11 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10. Seit 2010 verharrte es um die 7,0 Punkte. Verantwortlich dafür könnte die gute Beschäftigungslage und der nachhaltige Anstieg der Reallöhne sein. Aber auch die eigene Einstellung kann einiges bewirken: Menschen sind umso zufriedener, je mehr sie mit kultureller Offenheit und Toleranz durchs Leben gehen. Das sind die wesentlichen Ergebnisse des "Deutsche Post Glücksatlas 2016", der regelmäßigen Studie zur Lebenszufriedenheit der Deutschen.

Das diesjährige Schwerpunktthema ist "kulturelle Vielfalt". Der "Deutsche Post Glücksatlas" befragte die Bevölkerung in einer repräsentativen Erhebung, wie offen und tolerant sie gegenüber der kulturellen Vielfalt in Deutschland sind - und welchen Einfluss diese auf ihre persönliche Lebenszufriedenheit hat. 75 Prozent der Befragten sehen Deutschland als weltoffenes und tolerantes Land, lediglich 19 Prozent sehen das Land nicht so.

Zwischen Offenheit und Lebenszufriedenheit gibt es eine klare Beziehung: Je toleranter ein Mensch ist, desto zufriedener ist er mit seinem Leben. 38 Prozent der Befragten, die sich als "besonders tolerant" bezeichnen, geben auf der Zufriedenheitsskala (0 bis 10) die höchsten Werte neun oder zehn an, während lediglich 16 Prozent der "wenig toleranten" Gruppe die höchsten Zufriedenheitswerte erzielt. Eine Schlüsselerklärung ist der persönliche Kontakt. 58 Prozent der Befragten, die Kontakt zu Menschen mit Migrationshintergrund haben, sind bereit, einen persönlichen Beitrag zu leisten, damit sich Migranten schnell in Deutschland integrieren können. Von den Befragten, die keinen Kontakt haben, sind es nur 29 Prozent.

"Wenn wir in Sachen Offenheit und Toleranz weiter kommen wollen, und das wollen wir, sollten wir alles daran setzen, den Kontakt zwischen Einwanderern und Einheimischen zu verbessern - am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft und in der Schule. Bei der Deutschen Post arbeiten Menschen aus den verschiedensten Nationen und Kulturkreisen, daher wissen wir, welche Bereicherung das für unser Unternehmen ist", sagt Jürgen Gerdes von der Deutschen Post DHL Group.

Obwohl 65 Prozent der Deutschen Einwanderung als persönliche Bereicherung betrachten, fällt das Urteil über den tatsächlichen Status quo der Integration nüchtern aus. So meint knapp die Hälfte der Bevölkerung, das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern habe bisher alles in allem gut funktioniert. Im Westen wird das Zusammenleben (54 Prozent) besser bewertet als im Osten (35 Prozent).

Generell sind die Ostdeutschen skeptischer als die Westdeutschen: Während 70 Prozent der Westdeutschen es gut finden, dass Deutschland durch die Einwanderung vielfältiger wird, sind es im Osten nur 56 Prozent. Auch hier ist der persönliche Kontakt ausschlaggebend: 88 Prozent der Westdeutschen geben an, persönlich Kontakt zu Menschen zu haben, die nicht in Deutschland geboren wurden. Bei den Ostdeutschen sind es nur 62 Prozent.

*Glücksranking der Regionen*
Spitzenreiter unter den 19 deutschen Regionen im allgemeinen Glücksranking ist in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge Schleswig-Holstein, das seine Führung sogar auf 7,41 Punkte ausbauen konnte. Franken belegt erstmals den zweiten Platz (7,22 Punkte), und setzt so seine Aufwärtsdynamik der letzten Jahre fort. Knapp dahinter folgen Niedersachsen/Nordsee (7,22 Punkte) und mit wenig Abstand Baden (7,21 Punkte), Hessen (7,20) und Hamburg (7,20). Größter Gewinner im Westen ist die Region Nordrhein/Köln (7,18). Dort hellte sich die Stimmung um 0,11 Punkte auf. Die weiteren westdeutschen Regionen bilden das Mittelfeld. Die ostdeutschen Regionen konnten sich zwar verbessern - am stärksten Thüringen (6,94), das mit 0,14 Punkten den größten Zufriedenheitsgewinn verbuchte und damit die ostdeutschen Länder anführt -, stehen aber weiterhin am Ende des Rankings. Berlin (6,85) sackt auf Platz 14 ab, Sachsen (6,88) hält den 15. Platz. Letzter ist Mecklenburg-Vorpommern (6,77 Punkte), knapp hinter Sachsen-Anhalt (6,78 Punkte).

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Autorin / Autor: Redaktion/ Pressemitteilung - Stand: 19. Oktober 2016