Ein Tag ohne Handy ist ein Tag Entspannung
Was Jugendliche über Mediennutzung sagen
Jugendliche mögen am Handy neben SMS-Schreiben und Telefonieren mit FreundInnen und Eltern vor allem auch die Vielfältigkeit der Nutzungsmöglichkeiten: „Ich kann mit dem Handy alles: Radio hören, Musik hören, ins Internet gehen, SMS schreiben und telefonieren“. Es ist ein absolut wichtiger Bestandteil des Alltags geworden und vor allem viele Mädchen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren möchten nicht auf ihr Handy verzichten. „Ein Tag ohne Handy ist als würde ich sterben“ sagte beispielsweise eine 18-Jährige. Aber: die Mehrzahl der Jugendlichen könnte zeitweise auf das Handy verzichten und manche würden einen Tag ohne Handy sogar als positiv empfinden: „Ein Tag ohne Handy ist ein Tag Entspannung“.
Viren oder Hackerangriffe zählen für Jugendliche zu den größten Bedrohungen
Dies sind einige Ergebnisse der qualitativen Zusatzbefragung „JIMplus Nahaufnahmen 2009“, die gestern erstmals online veröffentlicht wurde. Sie ergänzt die repräsentativen Daten der JIM-Studie 2009 um interessante Einzelmeinungen und vertiefende Aspekte. Dadurch ergibt sich ein konkretes Bild der Lebenswelt Jugendlicher und ihres alltäglichen Medienverhaltens. Beim Thema Internet zeigt sich in der Zusatzbefragung, dass für Jugendliche durchaus die Gefahren des Internets ein wichtiges Thema sind, mit dem sie sich auseinandersetzen. Nach Meinung der Befragten sind Viren oder Hackerangriffe eine der größten Bedrohungen aus dem Netz. Auch Cybermobbing wird als großes Problem gesehen; viele gaben zum Beispiel an, dass „Gerüchte gestreut“ oder „gelogen wird“. Wie Jugendliche mit diesen Gefahren der Onlinewelt umgehen, ist sehr unterschiedlich: manche wenden einfach die Vermeidungstaktik an („Ich gehe selten ins Internet“), andere entscheiden sich für die bewusste Problembekämpfung („Ich lösche alles oder gehe zu meinen Eltern“).
„JIMplus Nahaufnahmen 2009“ ist eine neue Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest, die in Zusammenarbeit mit der SWRMedienforschung als qualitative Nachbefragung zur JIM-Studie 2009 konzipiert wurde. 102 Befragte der JIM-Studie 2009 wurden einige Monate nach der Erstbefragung erneut telefonisch interviewt und zu Einstellungen und Hintergründen ihrer Mediennutzung befragt. Die Studiendokumentation bildet neben den Ansichten und Überzeugungen der befragten 12- bis 19-Jährigen deren medialen Alltag auch anhand von selbsterstellten fotographischen Dokumentationen ab.
Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet auf Basis von rund 1.200 Interviews im Jahresturnus das Medienverhalten der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland ab. Die nächste JIM-Studie (JIM-Studie 2010) erscheint im November 2010.
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Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 19. August 2010