Mädchen lieben kleine Cliquen
... aber nur, wenn sie noch jünger sind
Wenn man zuschaut, wie kleine Mädchen und kleine Jungs zusammen spielen, stellt man oft fest, dass Mädchen sich eher in kleineren und intimeren Cliquen aufhalten als ihre männlichen Altersgenossen. Dieser Unterschied verschwindet aber im Laufe der Zeit wie eine neue Studie von PsychologInnen der Michigan State University zeigt. "Mädchen und Jungen sind eigentlich gar nicht so verschieden, wie wir glauben. Vor allem, wenn sie älter werden, verschwinden die Unterschiede im Gruppenverhalten, die sie noch als Kinder an den Tag legten", stellt Jennifer Watling Neal, Assistenzprofessor für Psychologie fest.
Mädchengruppen werden größer
Sie hatte Beziehungen unter Gleichaltrigen der dritten bis achten Klasse untersucht und herausgefunden, dass sich Mädchen in den jüngeren Klassen in der Tat zu kleineren, intimen Gruppen hingezogen fühlen als Jungen. Spätenstens in der achten Klasse war diese Vorliebe allerdings verschwunden. Während die Größe der Jungen "Peer-Groups" relativ stabil blieb, wuchsen die von Mädchen schrittweise in den höheren Klassen.
Den Grund dafür sieht die Forscherin unter anderem darin, dass mit zunehmendem Alter das (vor allem romantische) Interesse am anderen Geschlecht zunimmt und sich dadurch der Freundeskreis von Mädchen erweitert.
Neal betonte allerdings, dass noch weitere Forschungen notwendig seien, um die gewonnenen Ergebnisse im Laufe der Zeit zu bestätigen.
Neal's Studie ist eine der ersten, die über einen längeren Zeitraum hinweg untersucht hatte, wie Mädchen und Jungen sich in Gleichaltrigen-Netzwerken entwickeln. Die Forscherin möchte ein klareres Bild über Kinder- und Jugendnetzwerke erhalten, weil diese Strukturen für die Herausbildung von sowohl negativen Verhaltensweisen wie Mobbing als auch positiven Verhaltensweisen wie Hilfsbereitschaft wichtig sind.
Autorin / Autor: Redaktion - Stand: 18. August 2010