Ichi - Die blinde Schwertkämpferin
Film von Fumihiko Sori
Als kleines Kind wurde die blinde Ichi von ihrem ebenso blinden Vater zu Wandermusikanten geschickt. Trotz Talent ist es nicht das, was Ichi gern täte, denn die Besuche ihres Vaters sind rar. Als es irgendwann gar keine Lebenszeichen mehr von ihrem Vater gibt, beschließt sie, ihn auf eigene Faust zu suchen. Während ihrer Suche trifft sie auf den tollpatschigen Toma, der sich selbst einen großen Samuraikämpfer schimpft. Bei einem Überfall stellt sich jedoch schnell heraus, wer der wirkliche Schwertmeister von ihnen ist: Ichi nämlich, deren Vater ihr bei seinen Besuchen das Schwertkämpfen beibrachte. Mit ihrem Können kann sie sich und Toma vor den Banditen retten, allein, denn Toma könnte vielleicht ein guter Schwertkämpfer sein, aber er hat das Problem, dass er dank eines Traumas sein Schwert nicht mal mehr aus der Scheide gezogen bekommt. Es kommt wie es in solchen Fällen häufig kommt und auch kommen muss: Die Bewohner des benachtbaren Dorfes, die unter den Schikanen einer Räuberbande leiden, halten Toma für ihren Retter ins Spe. Von Ichi nehmen sie keine Notiz, den sie ist ja blind und könnte ihnen wohl kaum eine große Hilfe sein, oder?
Am Ende muss sich Ichi entscheiden
Für Ichi ist das nur gut, denn während sich Toma mehr schlecht als recht durch seinen erschwindelten Job schlägt, hat sie Zeit, weiter nach ihrem Vater zu suchen. Doch Toma hat noch ein anderes Anliegen, als allen zu beweisen, dass er trotzdem ein guter Schwertkämpfer ist: Ihm ist die blinde Ichi, die niemanden an sich heranlässt, ans Herz gewachsen und so versucht er immer wieder ihrer harten Schale einen Knacks zu geben. Am Ende muss sich Ichi entscheiden, ob sie weiter in Trauer um ihren verschwundenen Vater niemanden in ihre Nähe lässt, oder ob sie Toma hilft, das Dorf von seinen Peiniger zu befreien…
Die Geschichte um Ichi, den blinden Schwertkämpfer, ist in der japanischen Filmgeschichte schon immer ein sehr beliebtes Thema gewesen. Nur dass es in den zahlreichen Verfilmungen davor eben immer ein Mann war. Der Film „Ichi – Die blinde Schwertkämpferin“ von Fumihiko Sori ist der erste, der die Rolle mit einer Frau besetzt.
Mein Fazit:
Mit fast zwei Stunden Spielzeit habe ich ehrlich gesagt mehr von diesem Film mit dem, für einen Neuling, faszinierenden Titel erwartet. Die Kostüme und Schauplätze sind gut gewählt, jedoch können sie nicht darüber hinweg täuschen, dass es an der Geschichte, also der Grundsubstanz erhebliche Mängel gibt. Viel zu oft bleiben die Hauptcharaktere einfach zweidimensional, wie Figuren, die man aus einem Märchen ausgeschnitten und neu aufgeklebt hat. Man kann sie gar nicht richtig ins Herz schließen, den lieben Toma oder die furchtlose Ichi, die vielleicht gar nicht so furchtlos ist, weil es eben immer bei einem „vielleicht“ bleibt und man kaum Bestätigung für die eigenen Vermutungen bekommt. Auch die vielen, wirklich schönen Stimmungsbilder können diesen Mangel für mich jedenfalls nicht wettmachen und ich muss zugeben, dass mein kleiner Finger am Ende vielleicht ein, oder auch zweimal während eines viel zu überzogenen Kampfes die Vorspultaste gedrückt hat…
*Erschienen bei: Rapid Eye Movies*
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Autorin / Autor: jinah - Stand: 26. Oktober 2009