"No Substitute" präsentiert von LizzyNet!
Am 11. September wird Stefanie Heinzmanns neues Album Roots To Grow veröffentlicht. Die Songs könnt ihr euch schon vorher exklusiv anhören!
| Lies die Besprechung von aandreaa |
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Von null auf 100 in 18 Monaten. Wenn Stefanie Heinzmann auf die letzten anderthalb Jahre zurückblickt, kann sie selbst nicht glauben, was alles passiert ist und welch kometenhafte Karriere sie hingelegt hat. Es ist manchmal ein Gefühl, als säße sie in einer Seifenblase und betrachte sich von außen - das Schweizer Mädchen vom Land, das plötzlich Dinge tut, die so völlig fremd sind. "Am Anfang war es so: Ich komme da hin und kenne die Situation nicht. Ich habe noch nichts von allem gesehen. Ich war deshalb unfassbar unsicher. Ich dachte, ich mache alles falsch, alles ist scheiße, was tue ich hier?" Der Sieg von Stefan Raabs Castingshow hat Stefanie in ein Parallel-Universum katapultiert. Eine fremde Welt, die ihr anfangs seltsam anmutete und auch Angst machte. Noch heute schüttelt sie lächelnd den Kopf, wenn sie sich ihre damaligen Gefühle in Erinnerung ruft. "Letztes Jahr wurde ich in kalte Wasser geschmissen. Es hat sich alles gedreht in meinem Leben. Überall fremde Leute, die alle etwas von mir wollten." Klar - die Menschen, die Macher, die Maschinerie: alles irgendwie erschreckend für ein 18-jähriges Mädchen aus dem Schweizer Ländle. Doch Stefanie ist zäher, als man denkt. Ja, sie fiel ins eiskalte Wasser. Sie ging ein paar Mal unter, hat Wasser geschluckt, nach Atem gerungen. Aber sie hat sich freigeschwommen. Aus eigener Kraft. "Nach anderthalb Jahren weiß ich genau, was ich zu tun habe. Ich weiß, wo mein Platz ist und was mein Job ist. Dieses Bewusstsein, was ich tue und mit wem ich es tue, das ist jetzt da und gibt mir viel Sicherheit. Ich fühle mich jetzt wohl in dem ganzen Getümmel, wo ich früher dachte: Weg, ich will weg!"
Ich bin noch immer ich
Den Status quo vor 18 Monaten und den von heute - beide betrachtet Stefanie geerdet. Weil sich ihr Leben und ihr Umfeld geändert haben, aber nicht sie selbst. Sie sagt: "Ich sehe, was in den letzten anderthalb Jahren passiert ist. Was vorher war, was jetzt ist. Und es ist mir unheimlich wichtig zu zeigen: Ich bin noch immer ich. Und ich will auch so bleiben. Kein Mensch kann mich ändern, außer ich will das auch." Verlangt auch niemand. Im Gegenteil. Gerade diese echte, ehrliche Attitüde macht Stefanies Musik zu dem, was sie ist: unverwechselbar, ungekünstelt und immer ein bisschen unangepasst. Genauso klingt das zweite Album von Stefanie Heinzmann, das am 11. September erscheint. Der Titel "Roots To Grow" ist eine Basisaussage für Stefanie. "Ich bin aus dem Wallis, aus der Schweiz, irgendwo aus dem letzten Kaff am Arsch der Welt. Familie ist mir unfassbar wichtig. Auch, dass ich immer wieder nach Hause komme. Weil es der einzige Ort ist, an dem ich immer runterkommen kann. Roots to grow eben - ein Punkt im Leben, an dem man sich zu Hause fühlt. Aber man braucht eben auch wings to fly - um die Welt zu entdecken, Sachen zu erleben und Leute kennen zu lernen."
Ausgefeilter, abenteuerlicher, atemberaubender
Der Sound ist vertraut Heinzmann, aber dennoch neu. Ausgefeilter, abenteuerlicher, atemberaubender - aber trotzdem so, wie es Stefanie auch ist: einfach echt. Stefanie hat sich nicht nur mehr Zeit für das zweites Album genommen, sie hat auch probiert, jongliert und experimentiert. Sich für Neues geöffnet und dadurch noch besser als Künstlerin kennen gelernt. Das hört man. Die neuen Songs mischen noch immer gekonnt Funk, Soul und Pop, klingen aber insgesamt musikalischer und bombastischer. Zum Beispiel der gleichnamige Titelsong zum Album. Der zeigt eine ganz neue Seite von Stefanie. Der Stil, der Sound - bisher ungehört, aber dafür umso spannender, weil Stefanie mit Gentleman ins Studio ging. Die chillige Reggae-Nummer kommt leichtfüßig daher und ist der perfekte musikalische Ausklang für einen sonnigen Altweibersommer. "Wir fanden es eine unfassbar geile Idee, mit Gentleman einen Song zu machen. Der ist richtig cool geworden. Gentleman flowt so unglaublich in diesem Song, da möchte man gleich am Strand sitzen!" Doch da ist noch viel mehr. Stefanies zweites Album besticht durch die gelungene Mixtur aus verschiedenen Elementen, die den Sound so einmalig machen und ihre Rockröhre perfekt einbetten. Fette Drums, die dennoch weich ins Ohr gehen. Groovige Bässe, die trotz gutem Druck immer unaufdringlich bleiben. Kraftvolle Bläser für einen satten Big-Band-Sound. Warme Streichersätze und fragile Gitarrenakzente, die chillig daherlaufen und dem Gesamtwerk Zartheit und Zerbrechlichkeit verleihen. Das Ergebnis: kunstvolle Arrangements, die dem vertrauten Heinzmann-Stil noch mehr Kraft und Druck geben. Manchmal so stark und intensiv, dass man von Songs richtig weggeblasen wird, dann wieder so zart und liebevoll, dass einem die Kehle trocken wird. Ein Effekt, über den Stefanie selbst verblüfft ist. "Als ich mir die fertigen Songs angehört habe, dachte ich teilweise: Bin das wirklich ich?"
Ein Lebensgefühl
Ja, das ist sie. Denn genau diese neuen Wege, die Stefanie ausprobierte, untermauern ihren gereiften Stil. Dass sie viele neue Facetten an sich erkennen konnte. Stärker geworden ist, ihre Meinung vertritt und auch bei der Produktion ganz klar ihre Grenzen absteckte. Um zu sehen: was geht und was geht nicht. Vor allem: um zu sehen, was ihr gefällt. Sie sagt klar: "Ich hab jetzt den Mut zu sagen, was ich will und vor allem: was ich nicht will." Stefanie weiß genau: man kann straucheln und dass die Branche einem nichts schenkt. Ein kostbares Wissen und eine solide Basis dafür, ihre Bodenhaftung zu behalten. Und sich immer vor Augen zu führen, wie fremd sie sich fühlte, als alles anfing und sie ihr erstes Album "Masterplan" aufnahm. "Auf einmal hieß es: ‚So, wir haben drei Wochen, wir nehmen jetzt ein Album auf.’ Und ich dachte: ‚Wie macht man denn das?’ Ich habe mir nachts Songs reingezogen und gelernt und eingesungen. Plötzlich war in drei Wochen das Album fertig, es kam raus - und ich dachte nur: ‚Hä? Habe ich das wirklich gerade gemacht?’’ Hat sie. Obwohl sie noch gar nicht in ihrem Parallel-Universum gelandet war, stand sie wie ein Profi im Studio. Beobachtete, bangte, besserte sich stetig. Und weiß heute, dass alles seinen Sinn hatte. "Ich bin wirklich vom Tiefpunkt bis zum glücklichsten Moment in diesen drei Wochen gegangen." Aber genau dadurch hat Stefanie die Basis für ihr zweites Album gelegt. Sie hat gelernt: Es musste so hart sein. Denn nur, wer sich wirklich nach oben kämpfen muss, bleibt auch oben. Dort oben, wo sie in den letzten Monaten jede Menge Preise abräumen konnte. "Masterplan" erhielt Platin, beim "Echo 2009" gewann sie den Preis für die beste Künstlerin in der Kategorie "Rock/Pop national", beim "Swiss Music Award 2009" räumte sie zwei Trophäen ab, beim "Comet 2009" gewann sie den Preis als "Bester Liveact". Aber Stefanie weiß: Niemand kann ihr versprechen, dass sie oben bleibt. Das will sie aber auch gar nicht, denn trotz aller Trophäen hat sie gelernt: Es gibt Preise, aber niemals Garantie. Aber genau dieses Wissen macht sie weniger angreifbar in ihrem Parallel-Universum, in dem sie nun Wurzeln geschlagen hat. Wurzeln, die mit ihrem neuen Album noch tiefer wachsen werden. Denn "Roots To Grow" begeistert, berauscht und bezaubert mit Songs, die zum einen tief verwurzelt sind, zum anderen hoch mit einem hinaus wollen. "Roots To Grow" ist aber nicht nur ein Album. Es ist ein Lebensgefühl. Das von Stefanie Heinzmann.
Autorin: Redaktion/Flurfunk Berlin - Stand: 9. September 2009
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