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Reisebericht aus Indonesien

In ihrem Urlaub besuchte Auro auch die Hauptstadt Jakarta, wo vor allem der Verkehr zu beeindrucken wusste ;-)

Ich bin in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens. Hier haben wir Verwandte, die wir seit 9 Jahren endlich wieder besuchen. Davor waren wir für vier Tage in HongKong. HongKong war stressig, die Stadt ist unglaublich hektisch und die Straßen sind überfüllt mit Menschen. Das Klima war, abgesehen vom ersten Tag, erträglich, allerdings nur, weil ein Taifun, bzw. sein Nachläufer, über die Stadt hinwegfegte und der Wind doch sehr angenehm auffrischte. Leider führte das auch dazu, dass es heftig regnete und wir für 2 Tage in unser Hotel verbannt wurden.

Jakarta nun hat auch sehr viele Einwohner, dennoch ist die Stadt nicht als hektisch, sondern eher als chaotisch zu beschreiben. Es fängt schon beim Flughafen an, bei dem man die einzelnen Warteschlangen nicht mehr erkennen kann, sondern nur einen einzigen riesigen Haufen vor den Passkontrollen sieht. Dementsprechend lange dauert es auch, bis man endlich dran kommt und das Gebäude erleichtert verlassen kann.

Dann geht’s mit dem Auto in die Stadt selbst. Dort wird einem wohl sofort der Verkehr auffallen. In Indonesien ist übrigens Linksverkehr. Die Straßen sind regelrecht überfüllt und sofort fallen einem die Mengen von Mofas und Rollern auf. Und natürlich ist auch Stau bzw. Stop and Go. Schnelles Vorankommen ist also unmöglich, obwohl es im Land keine Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt, da die Polizei keine Radargeräte hat.

ReisfelderspaceChinesischer TempelspaceHindu-TempelspacePalmendieb-Krebs
Bild vergrössernReisfelder
 
Bild vergrössernChinesischer Tempel
 
Bild vergrössernHindu-Tempel
 
Bild vergrössernPalmendieb-Krebs

Die einzelnen Fahrspuren auf den Straßen lassen sich nicht immer einwandfrei erkennen, da ein ziemliches Drängeln und Quetschen zwischen den Autos herrscht. Sobald eine Lücke frei wird, ist sie auch schon wieder zu. Wer hier rücksichtsvoll fährt, wird wohl nie am Ziel ankommen. Gehupt wird auch dann wann man will. Sobald die Fahrbahn einigermaßen frei ist, wird sofort aufs Gaspedal gedrückt. So kam es auch, dass mein Cousin in der Nacht, als die Straße ziemlich leer war, mitten in Jakarta auf einer der Hauptstraßen über 100km/h fahren konnte. Und er sagte, dass er nicht schnell gefahren sei, uns zuliebe, da er die Verantwortung von uns Kleinen hatte ;) Nebenbei bemerkt, er fuhr auf einer dieser gestrichelten weißen Linien, die die Fahrspuren voneinander abtrennen.

Er erzählte uns außerdem, dass man für umgerechnet 40€ einen Führerschein kaufen kann und für weitere 30€ einen internationalen Führerschein, mit dem man auch in Deutschland fahren könnte. Ohne Prüfung. Da sieht man, dass Bestechung in diesem Land alltäglich ist und die Polizisten so wenig verdienen, dass sie sogar darauf angewiesen sind, um die Familie richtig ernähren zu können.

Palmwein-Frucht am BaumspaceSchlamm und Verkehr, Vulkane im HintergrundspaceTraditionelle WebereispaceReisfelder
Bild vergrössernPalmwein-Frucht
 
Bild vergrössernVerkehr, Schlamm, Vulkane
 
Bild vergrössernTraditionelle Weberei
 
Bild vergrössernReisfelder - die zweite

Als wir in einer der vielen Shopping-Malls, indem gerade Midnight-Shopping war, gehen wollten, scheiterten wir fast beim Parken. Das Parkhaus des Einkaufscenters war vollkommen überlastet. Es dauerte mindestens eine halbe Stunde bis wir erst einmal hereinkamen. Dann waren alle Parkplätze selbstverständlich besetzt und die Straßen an den Parkplätzen waren mit herum fahrenden und suchenden Autos überfüllt, sodass man kaum vorwärts kam. Wir brauchten eine weitere halbe Stunde um wieder herauszukommen. Letztendlich parkten wir auf einem anderen Parkplatz, fünf Minuten vom Einkaufscenter entfernt. Als wir über die Straße zur Shopping-Mall liefen, rannten wir schon fast. Es sei gefährlich, meinte mein Cousin, sich lange auf offener Straße aufzuhalten. Sehr beruhigend.

Ansonsten, was es noch zu erzählen gibt? Manchmal sieht man auf dem Bürgersteig ein offenes Feuer. Und es gibt auch so genannte inoffizielle Polizisten. Das sind Straßenkinder, die sich irgendwo auf der Straße hingestellt haben und die Autos anhalten. Sie lassen die Wagen erst weiter, wenn sie Geld bekommen haben. Auch ein Job. Und die Fenster werden natürlich immer zu gelassen, meistens sind sie auch noch abgedunkelt. Nur für Geldübergaben werden sie einen Spalt breit geöffnet.

Dennoch, alles in allem ist Jakarta eine schöne, wenn auch chaotische Stadt. Ich würde aber trotzdem nicht als ahnungsloser Tourist hier sein wollen. Ich bin schon recht froh, dass wir unsere Verwandten haben, die Bescheid wissen und alles managen.

Autorin: Auro - Stand: 31. Juli 2008
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