Baustelle Leben - Bewegende Kunst, bewegende Worte
"Eine Hand voll Wunschkugel, einen Kopf voll Fantasie. Mehr braucht man nicht zum Träumen." (Nicole Kauertz)
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Aufwühlend, lustig und sehr interessant war die Ausstellung meiner Klassenkameradin Nicole. Ihre bunten, farbenfrohen Bilder, unterstrichen von kleinen Sprüchen, Texten oder sogar Gedichten waren eine spannende Reise in die "Baustelle Leben".
Eröffnung um 11 Uhr mit einem schönen Glas Sekt und Salzstangen. Eine kurze Rede von Nicole und dann ging das Entdecken los.
Sicher war keiner der Besucher vor Gänsehaut. Mit ein paar Freunden zusammen stellte sie Fotos in einer Präsentation zusammen. Fotos zu den Themen, die bewusst gewählt waren, aus ihrem eigenen Leben, eigene Erfahrungen, als auch jene, die sie durch Freunde und Familie kennen lernte. Fotos zum Thema Vergewaltigung, zum Thema Magersucht, zu Selbstverletzung und schlussendlich zum Thema Selbstmord. Durch die Worte und die Musik wurden die schwarz/weiß-Bilder noch tiefergehend. Ich bekam Gänsehaut. Damit war ich sicher nicht die einzige.
Ihre Bilder, ihre Malereien waren bunt und farbenfroh, obwohl auch diese meist von ernsten Themen handelten. Abstrakte Umrisse von Menschen mit Babybauch, vom 1. Mal, Bilder die ihre Erfahrungen widerspiegeln.
"Ich stelle dich und dein Handeln in Frage. Deine Schöpfung. Deine Gnade. Welcher Geist und was für ein Sohn? Wunder, welche Wunder? Hass, Trauer und Angst… Sag mir, wo ist hier deine Liebe?" fragt Nicole Kauertz.
Spannend war auch die kleine Reise durch ihr Leben. Bilder aus der Kunsttherapie. Dunkle Gestalten, alleine und verloren in großen Räumen. Gedichte, über Liebe in Familien, unter Freunden. Gedichte über Hass, über Angst etwas zu verlieren. Alles geschrieben in einer Leichtigkeit. Jeder konnte es fühlen. Man war ein Teil dieser Worte.
Die Bank der Begegnungen. Der Teil ihrer Ausstellung in der die Besucher ihre "zufälligen, aber besonderen Begegnungen" auf einer Wand bekannt geben konnten. Ein kleine "Mitmach-Aktion". Die Bank war dabei jedoch nur nebensächlich.
Eine Ausstellung wie diese habe ich noch nicht in meinem Leben gesehen. Das ein Mädchen, 17 Jahre alt, so was tolles eigenständig auf die Beine stellt und dabei auch noch die Themen trifft, die auch Erwachsene zu Nachdenken bringen, war eine neue Erfahrung für mich. Jemand der so offen mit seinen und mit den Problemen anderer Umgehen kann, hat wirkliche Anerkennung verdient. Was mir dabei klar geworden ist, das all diese Themen heute leider noch häufig, Tabuthemen sind.
Autorin: badmoonlight - Stand: 17. September 2007
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