Fliege Pajarita, fliege durch die Welt!
Sabrinas Reise durch Lateinamerika, wo sie Spuren hinterließ, Freunde fand und mehr als eine Touristin war.
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Wie alles begann
Wer träumt eigentlich nicht davon, für eine lange Zeit durch die Welt zu reisen? Eigene Wege einschlagen und Abenteuer erleben zu können?
Das Abitur hatte ich im letzten Jahr abgeschlossen, mein Ziel sollte Lateinamerika sein. Dort habe ich viele Freunde und Bekannte, wollte soziale Projekte besuchen und mitarbeiten. Die Sprache sollte, Dank des Spanisch-Unterrichts in der Schule, auch kein Problem für mich sein. Ich traf die letzten Vorbereitungen, tätigte nötige Einkäufe und viel zu schnell fand ich mich im Flugzeug nach Lima wieder. Meine Route führte mich von Peru bis nach Mexiko. Ziemlich verrückt, vor Allem mit einem Minibudget von 180 Euro im Monat, aber ich versuchte es. Endlich selber bestimmen, wohin ich gehe und wie lange ich mich an einem Ort aufhalte, was ich machen möchte.
Der Abschied war schockierend. Mir wurde schlagartig bewusst, dass ich für ein Jahr Familie und Freunde nicht sehen würde und dass ich mich allein unbekannten Situationen stellen müsste, alles fremd und neuartig sein würde. Zwölf Monate, mein Rückflugticket hatte ich noch gar nicht. Umso atemberaubender war meine Ankunft in Perus Hauptstadt Lima. Nicht nur das Gefühl, nun wirklich auf dem amerikanischen Kontinent zu sein, alles war anders und ich mitten drin. Nichts schien unmöglich.
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Touristin oder Reisende?
Natürlich habe ich auf meinem Weg quer durch die Lande so viele Sehenswürdigkeiten besucht, wie es das immer knappe Geld zuließ. Ich sah die eindrucksvollen Inka-Ruinen Machu Picchu, habe die riesigen Vulkane bestaunt, mich in die Anden mit seinen höchsten, schneebedeckten Gipfeln verliebt, dann ging mir mehrere Kilometer über dem Meeresspiegel die Puste aus. Auch planschte ich in Seen oder an Pazifik-, Atlantik- und Karibikstränden. Tauchte durch Korallenriffe, begleitet von Haien, Schildkröten, Pinguinen, Seehunden, Riesenrochen und den buntesten Fischen. Bis zu den Galapagos-Inseln kam ich, ließ mich verzaubern vom geräuscherfüllten Amazonas-Regenwald oder vom bunten Treiben auf Indio-Märkten. Dann der Spaß bei den rasanten Busfahrten in ausrangierten US-Schulbussen, in denen nie zu laute Musik fehlte.
Man erkennt mich, leider
Trotzdem blieben diese touristischen Aktivitäten die Ausnahme. Zu teuer, zu weit entfernt von den Häusern meiner GastgeberInnen, und sie waren nur in den wenigsten Fällen authentisch. Oft hatte ich auch einfach keine Lust auf Englisch statt Spanisch.
Leider wurde ich auch außerhalb der Touristenorte als reiche Europäerin wahrgenommen. Das und die mir stets bewusste Möglichkeit, wieder gehen zu können, machten es kompliziert, mich anzupassen. Häufig unmöglich.
Dabei wollte ich einfach umherreisen, wollte mich mit Einheimischen unterhalten, der Realität Lateinamerikas und seinen Menschen näher kommen. Schließlich war ich nicht im Urlaub, sondern auf Reise. Ich stieß aber immer wieder auf Grenzen, meine Welt und Lateinamerika.
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Autorin: Sabrina - Stand: 28. August 2007
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